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Anpfiff fürs Ausstellungs-Abenteuer – „Fußballfieber“ im Landesmuseum Mainz
„Fußball ist in Rheinland-Pfalz mehr als ein Sport – er steht für Leidenschaft, Erinnerung und eine lebendige Fankultur mit einer großen Fußballtradition, das stellen die rund 2.000 Fußballvereine mit hunderttausenden von Mitgliedern und ihrer umfangreichen Jugendarbeit jeden Tag unter Beweis. Die Familienausstellung ‚Fußballfieber‘ macht diese Vielfalt für uns alle sichtbar und bringt sie emotional und eindrucksvoll ins Museum“, so der für das kulturelle Erbe zuständige Minister Sven Teuber, der die Ausstellung eröffnet hat.
Zu sehen ist „Fußballfieber – Fußballgeschichte(n) aus Rheinland-Pfalz“ vom 28. Mai bis 15. November 2026 im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Nach erfolgreichen Stationen in Koblenz, Kaiserslautern und Speyer wird die Schau in Mainz neu inszeniert und um regionale Perspektiven erweitert. Mit emotionalen Fan-Erinnerungen, kultigen Sammlerstücken und wertvollen Pokalen wirft die Ausstellung einen besonderen Blick auf die großen und kleinen Vereine in unserem Bundesland – ob FCK, FC Ente Bagdad oder der 1. FSV Mainz 05, der sowohl mit einer Männer- wie mit einer Frauenmannschaft in der 1. Bundesliga spielt.
Mit einer Leihgabe des „SchwellKopp Träscher Clubs“ (SKTC) wird auf die enge Verzahnung der Fußball- mit der Fastnachtskultur in Mainz verwiesen. So zeigt der Schwellkopp „Kevin“ den Besucherinnen und Besuchern den Weg in die Ausstellung.
„Fußballfieber“ lädt zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch die vielfältigen Facetten des Fußballs ein. Von historischen Meilensteinen über Vereinsgeschichte und Fankultur bis hin zum Weg vom Bolzplatz in die Bundesliga spannt sich der Bogen. Dabei wird deutlich: Fußball ist weit mehr als ein Spiel – er prägt Biografien, schafft Gemeinschaft und erzählt Geschichten aus dem ganzen Land.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf persönlichen Erinnerungsstücken aus Rheinland-Pfalz. Fans aus dem ganzen Land haben ihre ganz eigenen „Schätze“ beigesteuert – von Trikots und Bällen bis zu Eintrittskarten und selbst gestalteten Fanartikeln. Diese Objekte machen die Ausstellung lebendig und zeigen, wie emotional und vielfältig Fußballbegeisterung gelebt wird.
„Fußball verbindet Menschen über Generationen hinweg. Uns interessiert nicht nur der große Sport, sondern vor allem die Geschichten dahinter – die kleinen und großen Momente, die Fans miteinander teilen“, sagt Kuratorin Johanna Weiler.
Auch Museumsdirektorin Dr. Birgit Heide betont die besondere Perspektive der Ausstellung: „Mit ‚Fußballfieber‘ holen wir ein Thema ins Museum, das viele Menschen emotional begeistert. Die Ausstellung verdeutlicht eindrucksvoll, wie eng Sport und Kultur in unserer Gesellschaft miteinander verwoben sind – gerade hier in Rheinland-Pfalz.“
Für die Generaldirektorin der GDKE, Dr. Heike Otto, zeigt die Ausstellung, wie lebendig und nahbar kulturelles Erbe sein kann: „Fußball ist Teil unserer Alltagskultur – er erzählt von Identität, Gemeinschaft und regionaler Verbundenheit. Dass wir diese Perspektiven im Landesmuseum Mainz aufgreifen und weiterentwickeln, unterstreicht unseren Anspruch, Kultur in all ihren Facetten sichtbar zu machen.“
Interaktive Stationen laden dazu ein, selbst aktiv zu werden und die Welt des Fußballs spielerisch zu entdecken. Begleitend zur Ausstellung gibt es ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Gesprächen und Mitmachangeboten.
Ursprünglich im Kontext der Fußball-Europameisterschaft 2024 entwickelt, wurde „Fußballfieber“ kontinuierlich weiterentwickelt und an die jeweiligen Standorte angepasst. In Mainz erhält die Ausstellung eine neue, eigenständige Prägung – mit klarem Fokus auf die Fußballkultur der Region. Auch der Bereich des Fußballs der Frauen wird durch ergänzende Exponate gestärkt. So wird der Spielerpass von Bärbel Petzold zu sehen sein. Als Abwehrspielerin gewann sie zusammen mit der Mannschaft von TuS Wörrstadt 1974 die erste Deutsche Meisterschaft im Frauenfußball. Das Finale wurde im Mainzer Bruchweg-Stadion ausgetragen.
Entstanden ist die Ausstellung in Kooperation mit dem Landesmuseum Koblenz sowie in enger Zusammenarbeit mit dem 1. FSV Mainz 05, dem 1. FC Kaiserslautern, der Fritz-Walter-Stiftung, dem Deutschen Fußballmuseum, der Lotto Rheinland-Pfalz GmbH, dem Südwestrundfunk (SWR), dem Fußballverband Rheinland (FVR), dem Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) und weiteren Partnern aus rheinland-pfälzischen Fußballvereinen mit Unterstützung von namhaften aktiven Fußballspieler*innen und Fußballlegenden.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig
Zu beigefügtem Foto:
BU (v.l.): 05-Präsident Stefan Hofmann, Kuratorin Johanna Weiler, Kulturminister Sven Teuber, Generaldirektorin der GDKE, Dr. Heike Otto, und Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz – sie alle sitzen auf Original-Klappstühlen aus dem Bruchwegstadion vor einem eigens für die Ausstellung angefertigtem Mural, mit dem Studio Lacks etwas Stadionatmosphäre in den Ausstellungsraum transportiert hat. Die Wandbemalung stammt vom Studio Lacks und trägt den Titel „Einmal 05er – Immer 05er“, 2026, Acrylfarbe auf Putz, GDKE Landesmuseum Mainz.
© Tim Hufnagl

Musikalische Lesung erzählt die Geschichte eines einzigartigen jüdisch-deutschen Liederbuchs
MAINZ. Unter dem Titel „Vom Sommer, vom Herbst zum Winter des Jahrhunderts“ lädt das Landesmuseum Mainz am Sonntag, 17. Mai 2026, um 16 Uhr zu einer besonderen musikalischen Lesung ein. Im Mittelpunkt steht die bewegende Geschichte des „Jüdisch-deutschen Liederbuchs von 1912“ – eines außergewöhnlichen Werks der Kultur- und Zeitgeschichte, das auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis „BEST EDITION 2023“ ausgezeichnet wurde.
Gemeinsam mit dem Autor und Sprecher Dr. Thomas Sparr gestalten die Musikerinnen und Musiker der Capella Antiqua Bambergensis eine Reise durch Jahrhunderte jüdischer und deutscher Geschichte. Zwischen Literatur und Musik, Erinnerung und Gegenwart entfaltet sich ein vielschichtiges Programm, das historische Entwicklungen ebenso hörbar macht wie persönliche Geschichten und kulturelle Verbindungen.
Die Capella Antiqua Bambergensis – Jule Bauer, Andreas, Anke, Nina, Thomas und Wolfgang Spindler – bringt auf historischen Instrumenten Melodien aus mehr als 800 Jahren zum Klingen. Das musikalische Spektrum reicht vom sephardischen Lied „Rosa Enflorece“ über Heinrich Heines „Lorelei“ bis hin zu Naomi Shemers berühmtem „Jerusalem of Gold“. Seit mehr als 35 Jahren zählt das Ensemble zu den renommierten Formationen der historischen Musikszene in Deutschland und engagiert sich intensiv für musikalische Erinnerungskultur. Mit Dr. Thomas Sparr verbindet die Musiker seit 2018 eine enge Zusammenarbeit.
Thomas Sparr lebte und arbeitete in den 1980er Jahren in Jerusalem. 1990 übernahm er die Leitung des Jüdischen Verlags, später wurde er Geschäftsführer des Suhrkamp Verlags. Mit seiner verlegerischen Arbeit verschafft er jüdischen Autorinnen und Autoren wie Anna Seghers, Marianne Rein oder dem Lyriker Jehuda Amichai neue Aufmerksamkeit und Bedeutung.
Die Veranstaltung findet im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49–51, 55116 Mainz, statt. Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro. Tickets gibt es im Onlineshop oder an der Museumskasse.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
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© Folker Gratz

Tanzensemble belebt Meisterwerke
Wenn Körper erzählen, was Bilder andeuten, entsteht ein besonderer Dialog: Das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) lädt am 1. Mai um 17 Uhr zu einer tänzerischen Annäherung an ausgewählte Exponate im Museum ein. Unter dem Titel „Tanzperformance mit EDGE Dance Project e.V. “ verbindet die Veranstaltung bildende Kunst und zeitgenössischen Tanz, eine bewegte Interpretation – anschaulich, unmittelbar und kostenfrei.
Den Auftakt macht ein geführter Rundgang zu den Exponaten. Anschließend übersetzen Tänzerinnen des EDGE Dance Project in einer Live-Performance in der vorabendlichen Atmosphäre der Steinhalle ausgewählte Kunstwerke in Bewegung. Tänzerisch interpretiert werden 15 Werke aus der Dauerausstellung des Museums, dazu zählen Darstellungen von Menschen, Tieren und geflügelten Wesen. Aber auch eine abstrakte Plastik ist darunter.
Jedes Werk – in Größe, Thema und Charakter unterschiedlich – entfaltet dabei eine eigene Atmosphäre. Die Choreografien greifen die Stimmungen auf, erforschen ihre emotionale Wirkung und übertragen Formen und Inhalte in körperlichen Ausdruck.
Darüber hinaus zeigt das Ensemble einen Ausschnitt aus seiner neuesten Produktion „Cadence“. Im Mittelpunkt steht das menschliche Bedürfnis nach Verbindung: die Suche nach Nähe – zu anderen Menschen, zu Gruppen oder zu etwas, das über das eigene Selbst hinausweist. Ein Thema, das angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen besondere Aktualität besitzt.
Die Veranstaltung klingt in entspannter Atmosphäre bei Maibowle aus.
Der Eintritt ist frei.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
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Schnittstellen und fragile Räume – Dr. Berthold Roland-Fotokunstpreis für Laura De Luca
Friedhöfe als Schnittstellen zwischen Leben und Tod, als fragile Räume instabiler Überlagerung: Mit ihrer Videoinstallation „Thresholds“ hat Laura De Luca die Jury des Dr. Berthold Roland-Fotokunstpreises 2025 überzeugt. Die außergewöhnliche Auszeichnung wird der Künstlerin am 8. März 2026 um 15 Uhr im Forum des Landesmuseums Mainz verliehen. Der Eintritt zur Verleihung ist frei. Es wird um Anmeldung bis zum 1. März 2026 gebeten: per E-Mail an anmeldung(at)gdke.rlp.de oder telefonisch unter 06131 28570. Im Rahmen der Preisverleihung spricht Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz, ein Grußwort.
Laura De Luca studierte Freie Bildende Kunst bei Prof. Judith Samen an der Kunsthochschule Mainz, die auch die Laudatio bei der Preisverleihung halten wird. Der Preis wird von Walter Schumacher, Kulturstaatssekretär a.D. und zugleich Vorstandsmitglied der Ike und Berthold Roland-Stiftung, überreicht.
Die Jury würdigte insbesondere die Komplexität des Themas, die überzeugende künstlerische Umsetzung sowie die Präsentationsform als Videoinstallation. De Lucas Arbeit nähere sich dem Thema mit konzeptueller Tiefe und zugleich sensibler Bildsprache.
Der Dr. Berthold Roland-Fotokunstpreis wird seit 2008 an Nachwuchsfotokünstlerinnen und -künstler mit Bezug zu Rheinland-Pfalz verliehen. Gestiftet wurde er von der Landesbank Rheinland-Pfalz zu Ehren von Dr. Berthold Roland, der sich in seiner aktiven Zeit als Direktor des Landesmuseums Mainz und danach u.a. als Kunstberater der Rheinland-Pfalz Bank nachhaltig für die Förderung von Fotokunst als eigenständige Kunstform engagiert hat. Seit 2015 wird der Preis alle zwei Jahre von der „Ike und Berthold Roland-Stiftung“ mit Sitz in Mannheim in enger Kooperation mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) vergeben. Ziel ist die Förderung zeitgenössischer Fotokunst mit Bezug zu Rheinland-Pfalz.
Das Landesmuseum Koblenz präsentiert vom 28. August bis 1. November 2026 auf der Festung Ehrenbreitstein eine Ausstellung der Dr. Berthold Roland-Fotokunstpreisträgerinnen Susanne Neiß (2023) und Laura De Luca (2025).
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
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Eisernes Erbe: Landesmuseum Mainz zeigt vorrömische Barrenfunde
Es sind unscheinbare Stücke – und doch erzählen sie von großen Zusammenhängen: Eisenbarren aus der vorrömischen Eisenzeit sind ab sofort das neueste Ausstellungsstück im „Schaufenster der GDKE“ im Landesmuseum Mainz. Die Barren wurden 2020 in einem Wald bei Speyer gefunden und geben wertvolle Hinweise auf frühe Handelsnetzwerke in Mitteleuropa und die Arbeitsweise damaliger Eisenproduzenten.
„Kein funkelnder Schmuck, keine kunstvolle Statue – und doch sind die unscheinbar wirkenden Eisenbarren ein äußerst aufschlussreiches Zeugnis ihrer Zeit. Denn die 20 Barren erweisen sich bei genauer Betrachtung als Schlüssel zu Wirtschafts- und Technikgeschichte von vor über 2.000 Jahren. Die auffällige Einheitlichkeit von Form, Größe und Gewicht zeigt, dass wir es mit standardisierten Handelsprodukten zu tun haben. Damit eröffnet der Fund Einblicke in eine bereits erstaunlich organisierte Welt von Rohstoffgewinnung, Weiterverarbeitung und überregionalem Handel. Die Eisenbarren sind also weit mehr als nur Metall – sie belegen frühe Wirtschaftsstrukturen in einer Region, die schon in der vorrömischen Eisenzeit Teil weitreichender europäischer Austauschnetze war“, sagte die für das kulturelle Erbe zuständige Staatssekretärin Simone Schneider.
Die Eisenbarren wurden von einer erfahrenen Sondengängerin entdeckt. Als diese erkannte, wie tief die Funde lagen, informierte sie umgehend die Landesarchäologie in Speyer, die zur Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) gehört. So konnten die Objekte nach den gültigen archäologischen Standards geborgen werden – inklusive aller notwendigen Informationen zu Lage und Befundsituation. Ein echter Glücksfall: Zwar sind rund 1.300 Eisenbarren dieser Art aus Mitteleuropa bekannt, doch nur wenige stammen aus einem gesicherten archäologischen Kontext. Hinzu kommt, dass die Speyerer Funde bislang restauratorisch unbehandelt sind – ein Vorteil, der für die wissenschaftliche Auswertung entscheidend ist. Die Barren ähneln einander auffallend in Form und Größe. Das deutet darauf hin, dass sie aus einer einzigen Schmiedewerkstatt stammen könnten.
„Der Erhalt und die Erforschung von Kulturdenkmälern gehört zu den zentralen Aufgaben der GDKE. An diesen Eisenbarren lässt sich eindrucksvoll zeigen, wie ein einzelner Fund unser Wissen über Handelsbeziehungen, Produktionsabläufe und gesellschaftliche Strukturen erweitern kann“, sagte Dr. Heike Otto, Generaldirektorin der GDKE.
Der unveränderte Zustand der Eisenbarren ermöglichte eine naturwissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie (CEZA) in Mannheim. Erste Ergebnisse zeigen: 19 der 20 Barren weisen die gleiche chemische Signatur auf, ein Objekt fällt durch eine andere Zusammensetzung auf. Anhand einer C14-Analyse konnte die typologische Datierung in die vorrömische Eisenzeit bestätigt werden.
„Das Erfreuliche an diesem Beispiel: Eine Zusammenarbeit zwischen interessierten Bürgerinnen und Bürgern und der Wissenschaft ist absolut möglich und kann erfolgreich sein. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass dies noch viel häufiger geschieht“, so Bettina Hünerfauth, die kommissarische Leiterin der Außenstelle der Landesarchäologie in Speyer.
Mit den Speyerer Eisenbarren setzt das Landesmuseum Mainz seine erfolgreiche Präsentationsreihe „Schaufenster der GDKE“ fort. In regelmäßigen Abständen sind dort aktuelle und besondere Funde und Forschungsergebnisse aus Rheinland-Pfalz zu sehen.
„Ich freue mich, dass wir schon so viele Themen der Landesarchäologie präsentieren konnten. Dies zeigt, dass immer wieder neue und spannende Funde und Fundkomplexe in Rheinland-Pfalz entdeckt werden, die uns in der Forschung weiter voranbringen“, sagte Museumsdirektorin Dr. Birgit Heide.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig
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Geprägt – Geritzt – Geknüllt: Wenn Papier zur Kunst wird
Kabinettausstellung im Landesmuseum Mainz
Mit einer öffentlichen Führung zur Ausstellungseröffnung startet am Dienstag, 10. Februar 2026, um 18 Uhr die Kabinettausstellung „Geprägt – Geritzt – Geknüllt. Kunstwerke aus Papier“ im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Die Führung mit Annett Sandfort bietet erste Einblicke in eine Präsentation, die den Werkstoff Papier in seiner Fragilität, Formbarkeit und künstlerischen Ausdruckskraft in den Mittelpunkt stellt. Der Eintritt ist frei.
Die Kabinettausstellung zeigt vom 11. Februar bis zum 9. Mai 2026 ausgewählte Werke aus der Graphischen Sammlung des Landesmuseums, die verdeutlichen, wie Kunstschaffende seit den 1960er Jahren Papier neu entdecken. Ein Material, das seit der Industrialisierung im Alltag oft kaum Beachtung findet, wird geformt, geprägt, gefaltet, geschnitten, gerissen oder bewusst zerstört. Die Kabinettausstellung lädt dazu ein, Papier nicht nur als Bildträger, sondern als eigenständiges künstlerisches Medium wahrzunehmen.
Im Fokus steht dabei das Spannungsverhältnis zwischen Fläche und Raum. Durch Risse, Knicke, Falten und Vertiefungen entsteht aus der zweidimensionalen Oberfläche eine plastische Wirkung, die den Schritt in den dreidimensionalen Raum wagt. Papier wird so zum Experimentierfeld zwischen Zeichnung, Objekt und Skulptur.
Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie dem Mainzer Gustl Stark (1917–2009) und Lore Bert (*1936) sowie Werke von Günter Uecker (1930–2025), Aen Sauerborn (1933–2020) und Erwin Wortelkamp (*1938). Ergänzt wird die Auswahl durch Arbeiten des spanisch-baskischen Bildhauers Eduardo Chillida (1924–2002). Ein besonderer Akzent liegt auf einer Neuerwerbung der in Mainz geborenen und international renommierten Künstlerin Angela Glajcar (*1970), die in dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Ergänzend zu den Papierarbeiten sind ausgewählte Skulpturen aus der Sammlung des Landesmuseums Mainz zu sehen, die den Dialog zwischen Material, Raum und künstlerischer Idee weiter vertiefen.
Begleitend zur Ausstellung bietet das Landesmuseum Mainz Führungen und Workshops an. Informationen zu den Terminen finden sich im Veranstaltungskalender des Museums.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig
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Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat im Landesmuseum Mainz die neue Ausstellung „Shalom am Rhein. 1000 Jahre Judentum in Rheinland-Pfalz“ eröffnet. Seit über 1000 Jahren ist jüdisches Leben eng und untrennbar mit der Geschichte von Rheinland-Pfalz verbunden.
Die Schau bietet mit berührenden Objekten und eindrucksvollen Biografien neue Blicke auf das Miteinander der jüdischen und der nicht-jüdischen Gesellschaft. Sie zeigt eindrucksvoll die Strahlkraft jüdischer Kultur, Wissenschaft und Religion ebenso wie die Brüche durch Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung – und die Kraft des Neubeginns. Ausgangspunkt der Ausstellung ist das wirkmächtige jüdische Erbe der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz, dessen Anerkennung als UNESCO-Welterbe sich 2026 zum fünften Mal jährt.
„Die Eröffnung der neuen Ausstellung im Jahr des fünfjährigen UNESCO-Jubiläums von SchUM ist ein starkes und sichtbares Zeichen für die Bedeutung des jüdischen Erbes in Rheinland-Pfalz. Sie unterstreicht den gemeinsamen Anspruch des Landes, dieses einzigartige religiöse, kulturelle und intellektuelle Erbe dauerhaft zu vermitteln und zu bewahren. Die Entwicklungen in den SchUM-Gemeinden haben das europäische Judentum nachhaltig geprägt und sind ein identitätsstiftender Teil unserer Landesgeschichte. Der bewusste Blick auf diese Geschichte – mit ihren hellen wie auch dunklen Kapiteln – stärkt unsere Haltung für die Zukunft und verpflichtet uns, jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegenzutreten“, sagte Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Sein Dank gelte allen, die sich aktiv dafür einsetzen, dieses Erbe lebendig zu halten.
„Auf über 400 Quadratemetern Ausstellungsfläche führt ‚Shalom am Rhein‘ vom Mittelalter bis in die Gegenwart und verdeutlicht, wie reich, vielfältig und zugleich verletzlich jüdisches Leben über Jahrhunderte in unserem Land war und ist. Gerade heute ist es ungemein wichtig, dass wir Orte der Vermittlung, der Erinnerung und des Dialogs schaffen. Dafür steht die neue Ausstellung, die erstmals seit dem Auszug des Landtags wieder in der barocken Steinhalle des Landesmuseums gezeigt wird und diese für das kulturelle Erbe zurückgewinnt“, sagte Innenminister Michael Ebling.
In der Ausstellung wird die Geschichte jüdischer Gemeinden am Rhein als Geschichte des Wissens, der religiösen Tradition und der kulturellen Innovation erzählt. Sichtbar wird, wie die SchUM-Gemeinden im Mittelalter zu einem geistigen Zentrum nördlich der Alpen wurden – mit Synagogen, Mikwen und Friedhöfen als steinernen Zeugen jüdischen Erbes. Zugleich machen die historischen Spuren die wiederkehrenden Zerstörungen und das Spannungsfeld zwischen Nähe, Teilhabe und Gewalt deutlich.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Landjudentum, das sich ab der frühen Neuzeit als Folge von Vertreibungen aus vielen Städten entwickelte. In Dörfern – oft entlang von Rhein, Mosel, Nahe und Saar – prägten jüdische Familien über Jahrhunderte das regionale Leben mit, trotz hoher Schutzgelder, Einschränkungen und Berufsverbote.
„In vielen Gemeinden lebten Jüdinnen und Juden als Minderheit inmitten der Mehrheitsgesellschaft – oft gezwungen, sich anzupassen, und zugleich entschlossen, ihre eigenen Traditionen zu bewahren. Diese Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit verlieh den Gemeinschaften eine besondere Stärke. Sichtbar wird auch die Rolle der Frauen, die schon früh in Familie, Religion und Handel selbstbewusst Verantwortung übernahmen – ein Bild von Eigenständigkeit, das seiner Zeit voraus war“, erklärten Generaldirektorin Dr. Heike Otto und Museumdirektorin Dr. Birgit Heide von der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), zu der das Landesmuseum gehört.
„Shalom am Rhein“ ist ab dem 15. Januar 2026 im Landesmuseum Mainz zu sehen und wird über mehrere Jahre fester Bestandteil des Ausstellungsangebots sein. Parallel zur Ausstellung wird es ein umfassendes Begleitprogramm mit Lesungen, Vorträgen, Workshops für Schulgruppen und zahlreichen Führungen geben. Informationen dazu finden sich auf www.landesmuseum-mainz.de. Kuratiert wurde die Ausstellung von einem Team der GDKE und des Innenministeriums in Zusammenarbeit mit der Agentur für jüdische Kultur Altenburg & Graf und unter enger Einbindung weiterer Partner wie den jüdischen Gemeinden.
Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
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