Schätze aus der Vorgeschichte

Sistrum
Inv. Nr. V 2229.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in Hochborn (ehemals Gemeinde Blödesheim) zahlreiche Bronzegegenstände gefunden, darunter auch ein so genanntes Sistrum. Es handelt sich dabei um ein urnenfelderzeitliches Klappergerät bzw. Musikinstrument, wie sie hinreichend von Darstellungen und Funden aus dem Ägypten der Pharaonenzeit sowie dem Orient bekannt sind. In Mitteleuropa sind die frühesten Vergleiche jedoch erst in römischer Zeit nachweisbar. Durch Schütteln wurden die Bronzebleche zum Klappern gebracht und dienten wohl im Rahmen kultischer Handlungen zu Musik und Tanz.
Beigaben Wagengrab Armsheim
Inv. Nr. V 1177 a-d, V 1178, V 1180, V 1181, V 1182.

Ein reich ausgestattetes Grab der frühen Latènezeit fand sich im 19. Jahrhundert beim Bau der Eisenbahnlinie von Mainz nach Alzey in Armsheim. Es wurden jedoch nur noch der eiserne Rand eines großen Bronzekessels, zwei etruskische Bronzebecken und eine Bronzekanne (so genannte Schnabelkanne) sowie die Überreste eines zweirädrigen Wagens geborgen, die belegen, dass es sich hierbei um einen zweirädrigen Streitwagen handelt.
Damit zeichnen diese Beigaben den hier Bestatteten als Angehörigen einer sozial hoch stehenden Gesellschaftsschicht aus.
Glashund von Wallertheim (Kelti), 2. Jh. v. Chr.
Inv. Nr. V 56/94

1951 wurden am Rand einer Ziegeleigrube in Wallertheim mehrere latènezeitliche Brandgräber entdeckt, wobei die Gräber Nr. 30 und 31 durch ihre direkte Lage zueinander und ihre Beigaben besonders auffallen, wie diese Hundefigur aus Glas. Hundefiguren sind relativ selten und bestehen in der Regel aus Ton, Bronze, Eisen oder Gagat. Der Wallertheimer Glashund ist damit absolut einzigartig und kann dem 2. Jahrhundert v. Chr. zugewiesen werden.
Jadeitbeile
Inv. Nr. V 4394-4398.

1850 wurden vom Museum fünf Steinbeile angekauft, die in einer Sanddüne in Mainz-Gonsenheim gefunden worden waren. Sie heben sich durch den verarbeiteten Rohstoff Jadeit und ihre überaus sorgfältige Herstellung von anderen Steingeräten deutlich ab. Sie sind fast symmetrisch gearbeitet und teilweise hoch glänzend poliert. Jadeitbeile in dieser Größe sind in Mitteleuropa vergleichsweise selten. Zudem stammen die meisten nicht aus Gräbern, sondern aus Depots. Aufgrund des Fehlens von Arbeitsspuren an den Schneiden, der Seltenheit des Materials und der extrem aufwändigen Herstellung ist von einer Funktion als Hoheits- und Kultsymbol auszugehen.
Teile der Bewaffnung der Urnenfelderkultur, ca. 1200–800 v. Chr.
Inv. Nr. V.

Sehr viele der urnenfelderzeitlichen Waffen wurden bei Baggerarbeiten aus dem Rhein bei Mainz zutage gefördert. Unter diesen Flussfunden finden sich auch zahlreiche Waffen, wie beispielsweise Bronzebeile, Schwerter, Schilde oder Helme, die sicherlich als Weihegaben bzw. Opfergaben an die Götter zu interpretieren sind.
Bandkeramisches Gefäßensemble, ca. 5600-5000 v. Chr.
Inv. Nr. V.

Ensemble von verzierten Gefäßen der Linearbandkeramik (ca. 5600–5000 v. Chr.). Die bänderartigen Verzierungen auf den Gefäßen gaben der Linearbandkeramik ihren Namen. Die Gefäße dienten sowohl der Zubereitung als auch der Aufbewahrung von Speisen und wurden sowohl im täglichen Leben als auch als Grabbeigaben verwendet.
Prunkäxte Typ Zabitz
Inv. Nr. V 2976, V 2573, V 2411.

Diese frühen Kupferäxte vom Typ Zabitz gehören noch in das Ende der jüngeren Steinzeit und wurden noch bis in die frühe Bronzezeit verwendet. Sie sind stellenweise oder flächendeckend mit einem Fischgrätmuster verziert und weisen teilweise kleine Schaftlöcher auf. Aufgrund der zu dieser Zeit noch seltenen Verwendung des Materials, der unzureichenden Verwendung dieser Äxte im Alltag durch das relativ weiche Kupfer und der aufwändigen Herstellung ist von einer Funktion als Hoheits- und Kultsymbol auszugehen.
Frauenstatuette, ca. 23.000 v. Chr.
Inv. Nr. V 22/282.

Dieses Fragment einer Frauenstatuette wurde in den 1920er Jahren bei Ausgrabungstätigkeiten einer jungpaläolithischen Jagdstation vom Mainzer Linsenberg gefunden (ca. 23.000 v. Chr.). Zusammen mit einem weiteren Rest einer wohl weiblichen Darstellung gehören diese auch als „Venusstatuetten“ bezeichneten Frauenfiguren zu einer in dieser Zeit erstmals auftretenden Erscheinung als Ausdruck religiöser Vorstellungen.
Latènezeitlicher Ringschmuck
Inv. Nr. V.

Ensemble von latènezeitlichem Ringschmuck und Fibeln (Gewandschließen) aus Rheinhessen.