Glashund von Wallertheim ("Kelti")
Glashund von Wallertheim ("Kelti")
Jadeitbeile
Jadeitbeile
Beigaben Wagengrab Armsheim
Beigaben Wagengrab Armsheim
Sistrum der Urnenfelderklutur
Sistrum der Urnenfelderklutur
UK-Bewaffnung (Schild, Helm, Schwerter)
UK-Bewaffnung (Schild, Helm, Schwerter)

Vorgeschichte

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Die vorgeschichtliche Sammlung des Landesmuseums Mainz gibt einen repräsentativen Überblick über die Abfolge prähistorischer Kulturen im Mainzer Raum und in Rheinhessen. Beginnend mit den frühesten Hinterlassenschaften des Menschen der Altsteinzeit wird ein kulturgeschichtlicher Bogen von mehreren Zehntausend Jahren bis zu den Anfängen der römischen Zeit in dieser Region gespannt.

Aufgrund seines milden Klimas, seiner fruchtbaren Böden sowie der besonderen geographischen Lage an den Flussläufen von Rhein und Main war der Mainzer Raum stets bevorzugter Siedlungsraum. Hier verliefen bereits in prähistorischer Zeit wichtige Fernhandelsrouten, die zu seiner herausragenden überregionalen Bedeutung führten.

Der Grundstock dieser Sammlung wurde bereits 1844 mit der Gründung des „Vereins zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Altertümer“ gelegt, dem späteren Mainzer Altertumsverein. Durch dessen rege Tätigkeit wuchs die Zahl der vorgeschichtlichen Funde in nur kurzer Zeit rasch an. So wurden zahlreiche Ausgrabungen unternommen, wie beispielsweise in den 1920er Jahren am Linsenberg im Stadtgebiet von Mainz. Hier konnte eine Jagdstation der jüngeren Altsteinzeit aufgedeckt werden (ca. 23.000 v. Chr.), die neben Feuerstellen sowie zahlreichen Werkzeugen und Schmuckschnecken auch zwei Fragmente von so genannten „Venusstatuetten“ erbrachte.

Zahlreiche Geschenke und Ankäufe erweiterten den Bestand des damaligen Altertumsmuseums beträchtlich, ebenso wie die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt einsetzenden Bautätigkeiten. Vor allem die Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgenommenen Regulierungsmaßnahmen des Rheins führten zu einem immensen Fundanfall von Geräten, Waffen und Schmuck aus allen prähistorischen Epochen. Hierzu gehören u. a. kostbarer Goldschmuck der frühen Bronzezeit oder einmalige Waffenfunde, wie Helme, Schilde, Schwerter oder Dolche, die zu den herausragenden Stücken der vorgeschichtlichen Abteilung gehören. Zu den Opfer- bzw. Depotfunden gehören fünf spitznackige Beile aus Jadeit, die zufällig in Mainz-Gonsenheim gefunden wurden. Diese überaus sorgfältig gearbeiteten und polierten Beile waren keine gewöhnlichen Arbeitsgeräte, sondern dienten ausschließlich als Prestige- oder Kultobjekte. Weitere reichhaltige Depotfunde sind vor allem aus der Bronze- und Urnenfelderzeit bekannt, die neben Kultobjekten, wie beispielsweise einem Sistrum, vor allem auch vollständige Gefäßsätze enthielten.

Die überaus dichte Besiedlung Rheinhessens in allen prähistorischen Epochen spiegeln vor allem die zahlreichen Siedlungsfunde wider. Hier sind hervorragende und zum Teil einzigartige Keramikobjekte zu nennen, die einen lückenlosen Überblick von der jüngeren Steinzeit bis zur ausgehenden keltischen Zeit geben. Daneben spielen aber auch die Grabfunde eine wesentliche Rolle für die Mainzer Sammlungsbestände, wie beispielsweise das Fürstengrab von Armsheim oder ein Doppelgrab aus Wallertheim, in dem unter anderem die einzigartige Glasfigur eines Hundes gefunden wurde.