Macbeth tötet König Duncan
Macbeth tötet König Duncan
Vesperzeit
Vesperzeit
Mondnacht auf Capri
Mondnacht auf Capri

Romantik und Historismus

"Zwischen Anekdote und Idylle"

Mainzer Bürger sammelten im 19. Jahrhundert Werke der so genannten Düsseldorfer und Münchner Schule und stifteten sie später der städtischen Galerie ihrer Heimatstadt. Seit dem frühen 19. Jahrhundert gewannen Düsseldorf und München als Zentren der Landschaftsmalerei zunehmend an Bedeutung. Die Landschafts- und Genrebilder beider Kunstregionen bilden den Auftakt zu der Abteilung „Von der Romantik zum Historismus“.

Zu den prominentesten Vertretern der Düsseldorfer Malerschule gehören Andreas und Oswald Achenbach, deren Themenwahl nicht unterschiedlicher sein könnte. Die sturmgepeitschten Seestücke von Andreas Achenbach und die sonnendurchfluteten Landschaften seines Bruders wurden wegen ihrer Motive, aber auch wegen ihres soliden akademischen Könnens außerordentlich geschätzt. Die Düsseldorfer Genremalerei und ihre Beschäftigung mit volkstümlichen Themen werden durch Bilder von Benjamin Vautier oder Fritz Beinke repräsentiert. Das humoristische und fast karikaturhafte Bild eines Bauern von Fritz Beinke, der einen aufsteigenden Ballon beobachtet, schildert das zur Idylle verklärte bäuerliche Leben. Mit ähnlich anekdotischen Darstellungen von Edmund Harburger oder Eduard von Grützner ist die Münchner Genremalerei vertreten. Der Münchner Leibl-Kreis wird durch zwei Frühwerke von Wilhelm Leibl und Hans Thoma dokumentiert. 

Italien war das Sehnsuchtsziel vieler deutscher Maler zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Stimmungsvolle Gemälde, wie der immer wieder beliebte Blick auf Terracina zeugen von der Auseinandersetzung mit Natur und Licht Italiens. Ein vielfältiges Spektrum zeigt auch die regionale Landschaftsmalerei mit Künstlern wie Johann Adolf Lasinsky, Philipp Janz oder Heinrich Jakob Fried.

Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr die offizielle Salonmalerei des Historismus mit literarischen, mythologischen und geschichtlichen Themen an Bedeutung. Im letzten Abschnitt erzählen ausgewählte Gemälde von Wilhelm Lindenschmitt, Johann Baptist Berdellé oder August Noack mitreißende Geschichten von Eifersucht, Liebe, Leid und Tod. Die Inszenierung eines gründerzeitlichen Salons mit Möbeln der Mainzer Firma Bembé bildet den Schluss der Abteilung.