Kopf einer Göttin  1./2. Jh. n. Chr.
Kopf einer Göttin
Glaskannen mit Kettenhenkel
Glaskannen mit Kettenhenkel
Dativius-Victor-Bogen
Dativius-Victor-Bogen

Römer

Die Abteilung mit den Kleinfunden ist derzeit geschlossen. Die Steinhalle mit einer Auswahl der berühmten Steindenkmäler ist außer an den Sitzungstagen des Landtags für das Publikum geöffnet.

Das Landesmuseum Mainz besitzt eine sehr qualitätvolle und reichhaltige Sammlung von Denkmälern zur Geschichte und Kultur des römischen Mainz und von Rheinhessen. Mogontiacum, wie Mainz in der Römerzeit hieß, war eine der bedeutendsten Garnisonen im Nordwesten des Römischen Reichs sowie die Hauptstadt der römischen Provinz Obergermanien (Germania superior), die sich vom Neuwieder Becken im Norden bis zum Genfer See im Süden und bis Burgund im Südwesten erstreckte.


Die Anfänge des römischen Mainz gehen 2000 Jahre bis in die Zeit des römischen Kaisers Augustus zurück. Augustus verlegte Truppen aus dem Inneren Galliens an den Rhein. Im Zuge dieser strategischen Maßnahme wurde etwa 13/12 vor Chr. gegenüber der Mainmündung auf dem Kästrich in Mainz ein besonders großes Legionslager von 36 Hektar beziehungsweise 360.000 Quadratmetern Fläche errichtet. Zahlreiche Steindenkmäler der Soldaten stehen in der Steinhalle des Landesmuseums, einer der größten Sammlungen römischer Steindenkmäler nördlich der Alpen.
Die einheimisch-keltische Bevölkerung im rheinhessischen Hinterland von Mainz sah sich einer neuen Zivilisation gegenüber, die viele Errungenschaften aus dem Süden an den Rhein mitbrachte: Terra Sigillata, ein rot glänzendes Tafelgeschirr, aus Italien und Südfrankreich, Wein aus Italien und von der Insel Rhodos, Olivenöl aus Spanien. Auch Latein, die Amtssprache des Militärs und der Verwaltung, war neu. Die Kunst römischer Baumeister und Steinmetze setzte neue Maßstäbe. Und nicht zuletzt wurden auch Glasgefäße durch die Römer hier eingeführt.
Um das Mainzer Legionslager siedelten sich bald zahlreiche Zivilisten an. Sie kamen in der Hoffnung auf Handel und Geschäfte, denn das Militär verfügte über eine Truppenkasse, die Soldaten über Geld. Die Geschäfte der Zivilbevölkerung gingen offensichtlich gut. Die Kaufleute mit römischem Bürgerrecht stifteten Kaiser Claudius eine teure Bronzestatue. Die für das Heil des Kaisers Nero geweihte Jupitersäule ist das augenfälligste Beispiel für den Reichtum der Einwohner von Mainz.


Mit dem im Jahre 83 n. Chr. begonnenen Chattenfeldzug des Kaisers Domitian fand eine mehr als 100 Jahre währende Periode ihr Ende, in der es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Römern und Germanen gekommen war. Domitian ließ nach dem Friedensschluß mit den Chatten die Grenze, die über die Höhen des Taunus und des Odenwaldes lief, durch den Bau der Limesanlagen sichtbar markieren. Der obergermanische Heeresbezirk wurde nun in die Provinz Obergermanien umgewandelt. Der in Mainz residierende Statthalter hatte außer der Zivilverwaltung seiner Provinz auch das Oberkommando über alle in seiner Provinz stationierten Truppen inne. Mainz war somit faktisch die Hauptstadt der Provinz Obergermanien.