Max Beckmann, Vor dem Kostümfest
Max Beckmann, Vor dem Kostümfest, 1945 © VG Bild-Kunst
Wilhelm Lehmbruck, Große Kniende, 1911
Wilhelm Lehmbruck, Große Kniende, 1911
Sigmar Polke, Ohne Titel, 1987 ©Vg Bild-Kunst
Sigmar Polke, Ohne Titel, 1987 ©VG Bild-Kunst

Kunst der Moderne

"Von der gegenständlichen Malerei zur Abstraktion"

Ein beeindruckendes Werk des neben Max Liebermann und Max Slevogt dritten großen deutschen Impressionisten, Lovis Corinth, bildet den Auftakt zu der Sammlung der Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Sein 1907 entstandenes und in seiner Dramatik und Brutalität erschreckendes Gemälde „Die Blendung Simsons“ kam 1920 durch Schenkung in die Galerie. Von 1908 stammt ein Hauptwerk der Sammlung, der berühmte „Frauenkopf“ von Picasso aus der Anfangsphase des Kubismus.Dieses Bild wurde 1952 zusammen mit anderen Werken französischer Künstler von der französischen Regierung, namentlich durch den damaligen Kulturoffizier General Raymond Schmittlein, für das Museum gestiftet. Skulpturen wie die „Große Kniende“ von Wilhelm Lehmbruck 1911 stehen für die frühen Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts. 1908 hatte eine Gruppe junger Künstler, inspiriert durch die innovativen Werke von Matisse, die „Académie Matisse“ gegründet. In der Sammlung des Landesmuseums ist eine Gruppe deutscher Matisse-Schüler vertreten, wie Rudolf Levy, Oskar Moll oder Walter Bondy. Vor allem der Pfälzer Hans Purrmann suchte in Paris die Auseinandersetzung mit Matisse. Seine wenigen Werke des Expressionismus hatte das Museum bei der Aktion „Entartete Kunst“ 1937 eingebüßt - eine Lücke, die nie wieder geschlossen werden konnte. Max Beckmanns „Vor dem Kostümfest“ von 1945, eines der Hauptwerke dieser Abteilung, spiegelt die Situation eines Künstlers im Exil mit der kritischen Sicht auf die Vorgänge in Europa wider. Die Gruppe der ungegenständlichen Malerei führt Fritz Winters 1933 geschaffenes Bild „Das Gerüst“ an. Arbeiten von Meistermann, Nay und Baumeister oder die dem Informel zuzurechnenden Werke von Schultze, Brüning oder Hartung variieren die Kunst bis in die 60er und 70er Jahre. Als Vertreter der New Yorker Schule ist Mark Rothko mit einem Farbfeld-Bild zu sehen. Der Weg führt zu dem Katalanen Antoni Tàpies und dem Vertreter der spanischen Avantgarde Eduardo Chillida, der mit einer seiner seltenen Filzarbeiten vertreten ist. Das Gemälde „Homme assis“ des bereits über 90jährigen Picasso aus dem Jahre 1970 zeigt ihn als einen Künstler, der stets die Kunst erneuert und hinterfragt. Bernhard Heisigs Werk „Die Festung“ von 1980 ist der Erinnerung an die letzten Kriegstage in Breslau gewidmet. Tendenzen der 80er und 90er Jahre werden durch großformatige Werke von Friedemann Hahn oder Sigmar Polke dokumentiert, ebenso der „Übermalte Christuskopf“ des Österreichers Arnulf Rainer.