Schätze aus der Judaica-Sammlung

Besomim-Büchse
Inv. Nr. 0/4693
19. Jh., Silber

In der Besomim-Büchse wird die gleichnamige Gewürzmischung aufbewahrt. Die zahlreichen Öffnungen haben den Zweck, für Wohlgeruch in der Wohnung zu sorgen. Die Besomim-Gerüche werden traditionell bei der Hawdala, dem zeremoniellen Shabbat-/Festausgang verwendet. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Hochzeitsring
Inv. Nr. 0/364
Wohl 18. Jh., Bronze, vergoldet mit Emailleinlagen

Der Hochzeitsring besteht aus einem Reif, auf den fünf vergoldete Buckel mit fünf blau-emaillierten Rosetten aufgesetzt sind. In der Ring-Innenseite sind zwei hebräische Schriftzeichen eingraviert. „Mazel tov“ ist wohl der Beginn eines Glückwunsches und bedeutet viel Glück oder auch „guter Stern“. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Chanukka-Leuchter
Inv. Nr. 0/4631
Wohl 19. Jh., Messing

Chanukka ist ein jüdisches Lichterfest zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem [im jüdischen Jahr 3597 (164 v. Chr.)]. Es dauert 8 Tage und beginnt am 25. Tag des Monates Kislew (November/Dezember). Der Leuchter hat neun Lichterhalter, die Kerze des neunten Armes ist der Diener (hebr. Schamasch). Nur mit dieser Kerze dürfen die anderen Kerzen angezündet werden. Neben Kerzen wird oft auch Olivenöl verwendet, wie bei dem ewigen Licht im ehemaligen Tempel. Außer der Chanukka gibt es im Judentum auch noch die siebenarmige Menorca. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Schofar-Horn
Inv. Nr. 0/4636
Horn

Das Schofar wird aus dem Krummhorn eines Widders gefertigt. Das Musikinstrument wird im Synagogen-Gottesdienst in der Zeit vor und an Rosch ha-Schana (Neujahrsfest) sowie zum Abschluß von Jom-Kippur (Versöhnungsfest) geblasen. Das Horn eines Widders wählte man zum Andenken an die von Gott verhinderte Opferung Isaaks. Als Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte, wurde im letzten Augenblick ein Widder zum Ersatzopfer bestimmt. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Tora-Zeiger
Inv. Nr. 0/4655
19. Jh., Silber

Der Tora-Zeiger, auch Jad (hebräisch „Hand“) ist ein Zeigestab zum Deuten der Textzeilen in der Toralesung. Er besteht meist aus einem silbernen Stab, an dessen vorderem Ende sich eine kleine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger befindet. Die Zeigestäbe sollen vermeiden, dass die handgeschriebenen Schriftrollen mit den Händen berührt werden, da die Torarolle als heilig gilt. Der Tora-Zeiger ist Teil des Toraschmuckes und wird gemeinsam mit der Tora im Toraschrein aufbewahrt. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Tora, eingehüllt in Toramantel
18. Jh./19. Jh., Pergament, Holz, bestickter Samt

Der Name Tora leitet sich von jarah (hebräisch „unterweisen“) ab und bedeutet Lehre, Belehrung, Unterricht, Anweisung, Gesetz. In der Tora sind insgesamt 613 Tora-Gebote aufgeführt. Sie umfasst die fünf Bücher Mose, die schon bei den Griechen der Antike Pentateuch genannt werden. Diese bilden auch im Alten Testament des Christentums den ersten Hauptteil, der mit Gottes Offenbarung an die Erzväter und Israel grundlegende Glaubensinhalte enthält, auf die sich nach der biblischen Überlieferung auch Jesus von Nazareth in seinen Lehren bezog. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Grabstein des Jehuda, Sohn des Schneor, gestorben 1049
Inv. Nr. DL 1997/59
Sandstein

Der „Grabstein des Jehuda, Sohn des Schneor, gestorben 1049“ ist der älteste datierbare jüdische Grabstein Mitteleuropas. Er stammt von dem mehrmals völlig abgeräumten alten jüdischen Friedhof in Mainz. Die stark abgeriebene Oberfläche lässt auf eine mögliche Zweitverwendung schließen, was auch mit anderen Grabsteinen unabhängig von deren Glaubenszugehörigkeit geschah. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Tefillin mit Samtbeutel
Samt, Leder, Pergament

Tefillin (Gebetsriemen) werden nur tagsüber, vorzugsweise zum Morgengebet getragen. Sie bestehen aus zwei kleinen schwarzen Hülsen und einem Lederriemen, der es ermöglicht, die Hülsen an den Arm zu binden bzw. oberhalb der Stirn zu tragen. In den Hülsen werden kleine Schriftzettel aufbewahrt, gemäß dem 5. Buch des Pentateuch (der Tora) oder des Alten Testaments der Bibel: „Dies sind die Worte... binde sie zum Zeichen an deine Hand und sie seien zum Hauptschmuck zwischen deinen Augen…“. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.
Kiddush-Becher
Inv. Nr. 20/4612
Um 1900, Silber, getrieben

Der Sabbat erinnert an das Ruhen Gottes am siebten Tag der Schöpfungswoche, vergleichbar mit dem Sonntag im Christentum. Zum Begehen des Sabbats gehören bestimmte häusliche Bräuche. Nach dem abendlichen Gottesdienstbesuch findet eine besondere Zeremonie statt, der Kiddusch. Bei diesem wird ein Segensspruch über einen Becher Wein, dem Kiddush-Becher gesprochen. Damit dankt man Gott für den Sabbat und trinkt anschließend vom Wein. Dann werden zwei Brotlaibe, die Challa, gesegnet und verspeist. Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde Mainz K.d.ö.R.