Schofar-Horn
Schofar-Horn
Chanukka-Leuchter
Chanukka-Leuchter
Thora-Mantel (Detail)
Thora-Mantel (Detail)

Judaica

Mainz zählt als eine der so genannten Schum-Gemeinden seit dem Mittelalter zu einem der bedeutendsten Zentren jüdischer Kultur im Abendland. So wie das Christentum sich stolz in den »Kaiserdomen« zu Speyer, Mainz und Worms manifestiert, verbindet das Judentum die Anfangsbuchstaben genau dieser drei Städte zu dem hebräischen „Schum“ (wörtlich »Knoblauch«). Dieses Kurzwort fasst Speyer (=Schpira), Worms (=Warmaisa, V und W sind dem U gleichbedeutend ) und Mainz (=Magenza) zusammen, im Mittelalter Sitz der bedeutendsten jüdischen Gemeinden.

Durch den einflussreichen Gelehrten Gerschom bar Jehuda (um 960 - 1028/1040) nimmt Mainz eine Sonderstellung ein. Er eröffnete eine Talmudschule in Mainz, das hierdurch religiös-kultureller Mittelpunkt der Schum-Städte wurde. Zu seiner Zeit (um 1000) werden auch die Friedhöfe "Heiliger Sand" in Worms sowie "Judensand" in Mainz angelegt. Die ausgestellten jüdischen Kultgegenstände, überwiegend Gold- und Silberschmiedearbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts, stammen aus der Sammlung des 1925 gegründeten "Vereins zur Pflege jüdischer Altertümer in Mainz". Dieser Verein eröffnete am 3. Oktober 1926 das "Museum jüdischer Altertümer" im Seitentrakt der 1912 eingeweihten Hauptsynagoge in der Mainzer Neustadt. Das Museum wurde 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen und fiel mit dem Großteil seiner Bestände an Kultgegenständen, Dokumenten und Handschriften der Zerstörungswut der Pogromnacht vom 9. November 1938 zum Opfer.

Ein großer Teil der geretteten Kultgegenstände ist als Dauerleihgabe der Jüdischen Gemeinde in Mainz im Landesmuseum ausgestellt.