Schätze aus der Johann Georg-Sammlung

Mumienkartonage, 3.-1. Jahrhundert
Inv. Nr. PJG 104 A

Diese Mumienkartonage aus dem 3.-1. Jahrhundert bedeckte ursprünglich die Beinpartie. Dargestellt sind die beiden hockenden Göttinnen Nephthys und Isis, die einen Skarabäus mit ihren Flügelarmen beschützen. Darunter hocken messerbewehrte Genien mit Schlangen auf den Häuptern. Die untere Hälfte bildet ein mehrreihiger Halskragen. Alle Bildfelder sind von Farbleitern eingefasst. Der Skarabäus stellt dabei den Sonnengott bei seiner Geburt dar, der von den Göttinnen und Genien beschützt wird. Die Geburt ist ein Symbol für den beginnenden Zyklus des Sonnenlaufes, in den der Verstorbene mit eingebunden werden möchte.
Grabstele, 6./7. Jh. n. Chr.
Inv. Nr. PJG 13

Die Grabstele ist in zwei Dekorzonen aufgeteilt. Die sich nach oben verjüngende Platte wird gerahmt durch eine Doppelleiste, die einen Rankenrand imitiert. Das Zentralmotiv in der oberen Zone ist ein Monogrammkreuz, das von einem Lorbeerkranz umgeben ist. Die darunter eingefügte griechische Grabinschrift besagt: „Einer ist Gott. Theogenis der Anachoret“. Das Sterbedatum „im Monat Choiak (Tag) 20“ wurde in dem schmalen Raum unter den zwei Anchkreuzen und der Randleiste ausgeführt. Die Stele stammt aus Oberägypten und datiert in das 6./7. Jahrhundert.
Gesichtsmaske, ca. 3. - 1. Jh. v. Chr.
Inv. Nr. PJG 133

Seit der 22. Dynastie wurden die Verstorbenen im alten Ägypten vollständig mit Mumienhüllen aus Kartonage versehen. Teilkartonagen wie diese Gesichtsmaske tauchen erstmals seit der 26. Dynastie im 7. Jh. v. Chr. auf. Dabei wurde die in Binden eingehüllte Mumie mit vier bis fünf bemalten einzelnen Kartonageteilen bedeckt: Kopfmaske, Schmuckhalskragen, der Himmelsgöttin Nut, einem Beinbelag und einem Schuhteil für die Fußpartie. Diese über einem Model geformte und anschließend bemalte und vergoldete Gesichtsmaske aus dem 3.–1. Jahrhundert v. Chr. gehörte einst zu solchen Auflagen, die mit Bändern auf der Mumie befestigt oder aufgenäht wurden.
Ikone Johannes des Täufers, 2. Hälfte des 17. Jh
Inv. Nr. PJG 163

Diese Ikone zeigt Johannes den Täufer als Engel der Wüste. Er steht frontal mit ausgebreiteten Flügeln unter einer Rankenarkade inmitten einer felsigen Landschaft. Die Rechte hat er im Redegestus erhoben, in der Linken hält er einen langen Kreuzstab und eine offene Schriftrolle. Rechts steht eine goldene Schale mit seinem auf Wunsch der Salome und Befehl des Herodes abgeschlagenen Haupt. Die Ikone besitzt sehr große Übereinstimmungen mit einer Vitaikone Johannes des Täufers von Theodoros Poulakes im Museum von Ioannina (Griechenland), so dass man sie demselben Maler zuschreiben und in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts datieren kann.
Menasampullen, 5.-7. Jh. n. Chr.
Inv. Nr. PJG 747, 746, 740, 749, 738, 739

Frühchristliche Pilgerampullen, auch als Menasampullen bezeichnet. Bildlich und/oder inschriftlich dargestellt ist der Märtyrer Menas, der zu beiden Seiten von einem Kamel flankiert ist. Diese Ampullen dienten der Aufnahme einer Flüssigkeit und sind typische Pilgerandenken des 5. bis 7. Jahrhunderts, der Blütezeit des bedeutenden christlichen Wallfahrtsortes Abu Mena (Menasstadt) in Unterägypten.
Schwarz- und rotfigurige Gefäße, 5.-3. Jh. v. Chr.
Inv. Nr. PJG 477, 479, 487, 483

Ensemble schwarz- und rotfiguriger Gefäße aus dem griechischen bzw. süditalischen Raum. Sie datieren in das 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr.
Textil, 7./8. n. Chr.
Inv. Nr. PJG E 59 (838)

Koptischer, mehrfarbig figurierter Streifen (Clavus) aus Wolle und Leinen auf Leinen. Dargestellt sind drei stark vereinfachte, frontal gestellte Figuren mit hängenden Gliedmaßen, flossenförmigen Händen und Füßen sowie ösenförmiger Augen-Nase-Verbindung. Aufgrund der dreistreifigen Randzone mit Palmetten-Lotosknospenstab ist dieses Textil möglicherweise in Achmim-Panopolis (Mittelägypten) gefertigt worden und kann in das 7./8. Jahrhundert datiert werden.
Porträt des Prinzen
Porträt des Prinzen, Porträt des Prinzen Johann Georg, Herzog zu Sachsen (10.7.1869 – 23.11.1938)