Mainz von Süden
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Frau im Bade
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Hilf! Schlange ist da/kann nicht!
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Chorgestühl des Mainzer Doms
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Die Graphische Sammlung

"Spiegel der Jahrhunderte in 45.000 Blättern"

Die Bestände der Graphischen Sammlung umfassen Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgraphiken, Künstlerautographen und alte Fotografien. Mit ca. 45.000 Blättern ist sie die umfangreichste des Landes Rheinland-Pfalz. Wenn auch Teile der Sammlung älter sein mögen, ist sie als Gesamtheit eine Institution der Gründerzeit. Denn erst 1895 wurden die in Stadtbibliothek und Gemäldegalerie vorhandenen 3500 graphischen Blätter im kurfürstlichen Schloss zu einem Kupferstichkabinett vereint.

Wie die Gemäldegalerie gewann auch die Graphische Sammlung im 19. Jahrhundert erheblich an Umfang und Qualität durch Vermächtnisse und Schenkungen Mainzer Bürger und durch Nachlässe von Künstlern. Sie führten dazu, dass die Zeichnung des 19. Jahrhunderts, besonders der deutschen Romantik, zu einem Schwerpunkt wurde. Mit dem Vermächtnis des Mainzer Oberbürgermeisters Dr. Konrad Alexis Dumont wurde 1885 der Grundstock zur Abteilung der Druckgraphiken gelegt, und es wurden mit diesem Bestand auch erste Ausstellungen veranstaltet. Das ca. 13.400 Blätter umfassende Vermächtnis des Justizrates Adolf Laské von 1903 bedeutete eine Erweiterung der druckgraphischen Sammlungsbestände auf alle klassischen Schulen vom 16. bis zum späten 19. Jahrhundert.

Nach 1900 setzte unter professioneller Leitung dann auch eine systematische Ankaufspolitik ein. Man begann mit dem Erwerb von Blättern der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Graphiker wie Max Klinger, Käthe Kollwitz und Max Liebermann. Während der 20er und frühen 30er- Jahre konnte man wichtigste Druckgraphiken des deutschen Expressionismus ankaufen, die 1937 vollständig der Beschlagnahme-Aktion "Entartete Kunst" zum Opfer fielen. Diese Lücke wurde nie mehr geschlossen. Während des Zweiten Weltkriegs war die Sammlung auf der Veste Heldburg in Thüringen ausgelagert, von wo sie mit Verlusten, zum Beispiel Dürer-Graphik, zurückkehrte. In der von Einschränkungen charakterisierten Situation der Nachkriegszeit sollte die Blätter von Edgar Degas, Paul Signac, Alfred Sisley und Pablo Picasso enthaltende Schenkung des französischen Hohen Kommissars 1950 Impulse verleihen, jedoch konnten Erwerbungen auf diesem Niveau in den folgenden Jahren kaum getätigt werden, sieht man von einer Gouache Adolphs von Menzel und einem Pastell Max Liebermanns ab. Durch personelle, räumliche und finanzielle Neuausstattung wurde erst wieder in den beiden vergangenen Jahrzehnten ein planmäßiges Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln möglich.