Sammlungen neu sichten

Rundgang durchs Museum mit dem Schwerpunkt "Kulturelle Vielfalt"

Vier Museen haben sich im Rahmen des Projektes „Kulturelle Vielfalt im Museum: Sammeln, Ausstellen und Vermitteln“ des Deutschen Museumsbundes daran gemacht, Teile ihrer Sammlungen neu zu betrachten und über ihre Aussagen und Geschichten über Migration und kulturelle Vielfalt zu befragen. Jedes Museum konnte selbst entscheiden, wie und welche Objekte „neu gesichtet“ und in welcher Form die Ergebnisse präsentiert werden sollten. Alle Museen sollten sich aber bei der Neusichtung von einer sogenannten „Fokusgruppe“ unterstützen lassen, einer Gruppe von Personen, mit und ohne Migrationshintergrund, die durch ihre eigenen Assoziationen und Gedanken eine aktuelle und persönliche Sicht zu den Museumsstücken beisteuerten.

Wir haben uns entschieden, Objekte aus allen Abteilungen der Dauerausstellung auszuwählen, die etwas über Migration und kulturelle Vielfalt erzählen können. Dies geschieht auf ganz unterschiedliche Weise. Manche Stücke kommen selbst von weit her, andere zeugen von kulturellem Austausch, wieder andere wurden von Künstlern geschaffen, die, freiwillig oder unfreiwillig, ihre Heimat verließen. Auf diese Weise sollte eine Art thematischer Rundgang entstehen, mit dem wir zeigen wollen, dass Vielfalt und Migration unsere Geschichte und Kultur von Beginn an mitgestaltet haben.

Ein Museum für alle – so steht es in unserem Leitbild und in diesem Sinne sehen wir auch das Projekt „Sammlungen neu sichten“. Die Zusammenarbeit mit der Fokusgruppe zeigt, wie intensiv jeder, auch ohne erklärtes „Expertenwissen“, mit den Objekten im Museum in Dialog treten und darüber ins Gespräch kommen kann. Zugleich wollen wir eine breitere Bewusstheit für die Themen Migration und kulturelle Vielfalt und deren Präsenz in Museen schaffen.

Die Fokusgruppe kam mehrmals im Museum zusammen und diskutierte mit uns über die ausgewählten Stücke. Dabei kamen viele persönliche Erinnerungen und Eindrücke zur Sprache, die dennoch mit den Objekten und ihrer Geschichte in Verbindung stehen und so die Verbindung zwischen Geschichte und heutiger Zeit, zwischen persönlicher und geschichtlicher Perspektive herstellen.

In der im Projekt entwickelten Broschüre machen wir die Ergebnisse unserer Neusichtung sichtbar. Die Broschüre führt Sie durch unser ganzes Museum, vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. Jedes Objekt wird zunächst in einem kurzen Text vorgestellt, dazu kommen die Kommentare der Fokusgruppe. Wir wollen auch Sie einladen, sich auf die Geschichten einzulassen und die Objekte mit Ihren eigenen Assoziationen und Erfahrungen in Verbindung zu bringen. Gehen Sie mit uns auf die Reise!  

Die Broschüre gibt es kostenlos an der Museumskasse oder Sie können sie hier herunterladen: Broschüre "Sammlungen neu sichten"