Wilhelm Lehmbruck, Große Kniende, 1911
Wilhelm Lehmbruck, Große Kniende, 1911
Wenzel Ignaz Brosch „Hirschjagd“, Detail der Rückseite mit J-Nummer und Siegel, © GDKE Landesmuseum Mainz

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Sonntag, 27. Januar 2018, 11 und 15 Uhr

Führungen im Landesmuseum Mainz

11 Uhr: Entartet oder Exil – Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden zahlreiche Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus öffentlichen Sammlungen entfernt. Ein Teil dieser Werke wurde 1937 in der Feme-Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Zu diesen Exponaten zählte auch eine Fassung der „Großen Knienden“ von Wilhelm Lehmbruck aus dem Jahr 1911. Heute steht diese bedeutende Skulptur im Landesmuseum Mainz und bildet dort den Blickpunkt der Sammlung moderner Kunst.

 

In ihrem Rundgang durch die Sammlung der Moderne zeigt Dr. Sabine Mertens als „entartet“ beschlagnahmte Werke wie die „Große Kniende“, aber auch Werke von Künstlern, die mit Berufsverbot belegt wurden, ins Exil gingen oder in der „inneren Emigration“ heimlich weitermalten.

 

15 Uhr: „… aus jüdischem Besitz …“? Der Herkunft der Dinge auf der Spur

In den Jahren 1941 bis 1943 überwiesen die Finanzämter Mainz und Darmstadt der Gemäldegalerie der Stadt Mainz (heute: Landesmuseum Mainz) mehrere Konvolute an Gemälden und Graphiken, die jüdischen Familien in Mainz und Darmstadt gehört hatten und verfolgungsbedingt beschlagnahmt worden waren. Dieser Bestand wird seit 2016 im Rahmen eines von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste geförderten Provenienzforschungsprojekts systematisch erforscht, um die Erwerbsumstände und Eigentumsverhältnisse der Objekte zu klären.

In einem Rundgang durch die Dauerausstellung gibt die Provenienzforscherin Dr. des. Emily Löffler einen Einblick in diese Recherchen. Sie erläutert, mit welchen Methoden sie die Herkunft der Gemälde erforscht und welche Biographien und Schicksale mit ihnen verknüpft sind.

Die Führung findet in Kooperation mit dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz statt.