Mainzer Geschichten

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Kaufhaus am Brand, um 1800

Ludwig Ernst Schulz (Braunschweig 1758 - 1826 Mainz)
Öl auf Leinwand, 59 x 71 cm

Hast du Lust auf eine Zeitreise ins alte Mainz? Dann los! Ein ganz normaler Tag vor 200 Jahren ...

Platz da, du Dollbohrer! Kauft, ihr Leut'! Frische Eier, günstig wie nie! Man hört Pferdehufe auf Kopfsteinpflaster, Kinderlachen ...

Heute ist viel los vor dem Kaufhaus am Brand. Jeder hat etwas zu tun: am Brunnen Wasser holen, schwere Karren schieben, Körbe tragen, einkaufen, tratschen oder einfach nur spazieren gehen. Die Mainzer sind stolz auf ihr Kaufhaus, denn es ist eines der größten in
Deutschland. Kaufleute kommen von überall her, um hier ihre Waren zu lagern und anzubieten. Von außen sieht es aus wie eine riesige Turnhalle oder eine Kirche ohne Turm. Die Eingangstür ist so groß, dass sogar hoch beladene Pferdewagen durchpassen. Keines der Häuser in der Nachbarschaft ist so gebaut wie dieses. Dies lässt sich einfach erklären: das Kaufhaus ist viel älter als die anderen Häuser. Oben an seinen Zinnen sind steinerne Ritter angebracht. Sie sind fast das Einzige, was vom Kaufhaus übrig blieb und stehen bei uns im Museum.
Als das Bild gemalt wurde, stand es schon etwa 500 Jahre. Man sieht auf dem Gemälde nicht, dass inzwischen das Dach undicht geworden war und die Mauern Risse bekommen hatten. Bald nach Entstehung des Bildes hat man es abgerissen. Man wollte moderne Häuser an seine Stelle bauen und konnte die behauenen Steine alter Gebäude gut gebrauchen..
Heute findest du interessanterweise an diesem Ort wieder ein Kaufhaus. Wie lange das wohl steht?

 

Übrigens: Wenn die Mainzer "Dollbohrer" sagen, meinen sie damit einen Dummkopf, Einfaltspinsel, Narr, Simpel ...

Kaufhaus am Brand, um 1800
Kaufhaus am Brand, um 1800