Kelti sagt: "ich kann hier nichts erkennen. Doch! Da!"

Farben, Flecke, Formen

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Übermaltes Kreuz mit Christuskopf, 1985/87

Arnulf Rainer (geb. 1929 in Baden/Wien)
Mischtechnik auf Holz, 170 x 121 cm

Soll das etwa Kunst sein? Zwei Holzbretter, Fotokopie, Farbe. Fertig.

Arnulf Rainer hat auf dem einfachen zusammengefügten Holzkreuz die Abbildung eines gekreuzigten Menschen aufgebracht. Wer ist der Mensch, der hier am Holz "hängt"? Klar, Christus!
Dann hat er die ganze Sache "übermalt". Er hat versucht, durch bestimmte Farben, die an Blut, Schweiß und Tränen denken lassen, an das Leiden von Jesus zu erinnern. Deutlich sind Fingerabdrücke zu sehen, offenbar hat der Künstler keinen Pinsel benutzt. In der Mitte ist ein breiter roter Streifen aufgetragen, links und rechts verlaufen zwei schwarze. Auf dem quer liegenden Brett ist links und rechts der Abdruck einer Hand zu sehen, fast als wären die Farben "aufgeschlagen" worden. Darunter ist eine Schwarz-Weiß-Fotographie geklebt, auf der ein Mensch mit ausgebreiteten Armen zu erkennen ist.
Rainer meint dazu, dass das Übermalen wie die Auferstehung sei, bei der etwas "Totes" wieder zum Leben erweckt wird. Das Malen ist für ihn ein lebendiger Vorgang, der hier auf einen "toten" Gegenstand trifft, nämlich das Holzkreuz.

 

Das, was wir sehen, wird von einer Idee getragen. Wenn wir sie kennen, fällt es uns leichter, das Bild lange anzuschauen und darüber nachzudenken.

Übermaltes Kreuz mit Christuskopf, 1985/87
Übermaltes Kreuz mit Christuskopf, 1985/87