Blick in die Sammlung

Blick in die Sammlung

Stadtgeschichte

Im Rahmen der Neugestaltung des Landesmuseums wurden die stadtgeschichtlichen Exponate in den chronologischen Rundgang integriert.

Hauptstadt des Kurfürstentums und Erzbistums mit eigenen Münzen und Maßeinheiten, Residenz des Erzkanzlers mit bedeutenden Repräsentationsbauten, Stadt der Handwerker und Kaufleute mit dem mittelalterlichen Kaufhaus, umkämpfter Verkehrsknotenpunkt mit Festungsanlagen von strategischer Bedeutung, Belagerung, Zerstörung, Besatzung, Wiederaufbau, barocker Prunk und biedermeierliche Gemütlichkeit - all diese Aspekte aus der bewegten Mainzer Vergangenheit thematisiert die Abteilung Stadtgeschichte.

Marktplatz mit dem Dom der 20er Jahre, Heinrich Franz

Das historische Gesicht der Stadt ist festgehalten und präsentiert in Gemälden, Stichen und Modellen. Lange untergegangene Bauwerke wie das barocke Lustschloss Favorite oder das mittelalterliche Kaufhaus am Brand erstehen so wieder vor unseren Augen. Die Rheinbrücken vergangener Jahrhunderte sind als maßstabsgetreue Holzmodelle ebenso vorgestellt wie die unterschiedlichen Bauphasen des Mainzer Doms oder die unter Napoleon abgebrochene gotische Liebfrauenkirche.
In zahlreichen Gemälden treten uns Personen entgegen, die in ihrer Zeit das Schicksal der Stadt entscheidend bestimmt haben: Kurfürsten der Feudalzeit wie Anselm Franz von Ingelheim oder Joseph von Breidbach-Bürresheim stehen neben Vertretern der Mainzer Republik und Personen der Geistesgeschichte, wie beispielsweise Philipp Veit, dem ersten hauptamtlichen Leiter der Gemäldegalerie im 19. Jahrhundert. Möbel der unterschiedlichen Stilepochen, von der barocken Truhe über das Biedermeiersofa bis hin zu einer bürgerlichen Salonausstattung der Jahrhundertwende, thematisieren das "bürgerliche" Mainz bis in die wilhelminische Zeit. Eine Aufgabe für die Zukunft bleibt die Aufarbeitung des zwanzigsten Jahrhunderts, das der Stadt nicht nur ein neues Gesicht verpasste, sondern auch die alte Bedeutung als Landeshauptstadt wiedergab.