Heilige Cäcilie (Joseph Anton Dräger, 1823, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Schlossmuseum Weilburg)
Die Rolandsknappen mit den Geschenken der Zauberin Drude (Ferdinand Becker, 1876, Landesmuseum Mainz)

Die Nazarener - vom Tiber an den Rhein

Drei Malerschulen des 19. Jahrhunderts
10. Juni 2012 – 25. November 2012

Einige der einflussreichsten deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts gingen aus dem Kreis der Nazarener hervor: Peter Cornelius, Wilhelm Schadow, Julius Schnorr von Carolsfeld und Philipp Veit. Als „Lukasbund“ gründete sich 1809 in Wien eine Gruppe Gleichgesinnter um Friedrich Overbeck und Franz Pforr, die kurz darauf nach Rom ins Kloster Sant‘ Isidoro übersiedelte. Die Bestrebungen der Künstlervereinigung galten einer Reformation der Kunst, basierend auf einem ehrlichen, tief empfundenen Gefühl religiöser Frömmigkeit.

Die Ausstellung versammelt beeindruckende Zeugnisse nazarenischer Kunst, die sich gerade in Rheinland-Pfalz in außerordentlicher Vielfalt erhalten hat. Die Einflüsse gleich dreier Akademien, der Düsseldorfer Schule im Norden, der Münchner Schule in der Pfalz und der Frankfurter Städelschule in Rheinhessen, wirkten auf das heutige Bundesland und ergeben so ein interessantes Spannungsfeld.

Zu den prominentesten Projekten zählen die Ausmalung des Speyerer und Mainzer Doms sowie die der Apollinariskirche bei Remagen. Teilweise erstmalig öffentlich präsentierte Exponate des Landesmuseums Mainz sowie exklusive Leihgaben geben dem Besucher einen aufschlussreichen Einblick in die gesamte Bandbreite dieser romantischen Kunstströmung. Präsentiert werden Historiengemälde, Landschaftsstudien, Portraits, Skizzen und fein ausgearbeitete Kartons. Frisch restaurierte Original-Fresken aus dem Dom zu Speyer lassen den Entstehungsprozess der monumentalen Wandmalereien anschaulich nachvollziehen und setzen einen reizvollen Akzent in der Ausstellung.

50 neue Exponate ab dem 18. September

Unmittelbar nach Ablauf der halben Ausstellungsdauer werden ab dem 18. September 50 der bislang gezeigten Exponate aus konservatorischen Gründen ausgetauscht. „Wir zeigen in der Ausstellung zahlreiche Arbeiten auf Papier, die einer nicht allzu langen Lichtbelastung ausgesetzt werden sollten. Aus diesem Grund tauschen wir einige der empfindlichsten Arbeiten aus“, sagt Dr. Norbert Suhr, Kurator der Ausstellung und Leiter der Graphischen Sammlung.