Provenienzforschung ist vor allem Archivarbeit.
Häufig finden sich Hinweise auf die Herkunft der Gemälde auf der Rückseite der Bilder.

Objekte aus jüdischem Besitz

Recherche nach Provenienzen und Besitzverhältnissen von widerrechtlich entzogenen Gemälden, Grafiken und Möbeln jüdischen Besitzes

Laufzeit: 2016–2019

Das Landesmuseum Mainz bewahrt einen Bestand von ca. 60 Gemälden, 150 Grafiken und 9 Möbelstücken, die in den Jahren 1941–1944 unrechtmäßig aus jüdischem Besitz eingezogen wurden. Schriftwechsel im Hausarchiv des Landesmuseums sowie im Stadtarchiv Mainz weisen nach, dass die Bestände im Rahmen mehrerer Überweisungen durch das Oberfinanzpräsidium Hessen in Darmstadt sowie die Verwertungsstelle des Finanzamts Mainz-Stadt ins Museum gelangt sind und aus jüdischem Besitz stammen. Das seit April 2016 geförderte und von Frau Dr. Emily Löffler bearbeitete Projekt konzentrierte sich auf die Recherche der Provenienzen und Besitzverhältnisse dieser Objekte.

Für die Recherche wurden in einem ersten Schritt die Objekte selbst untersucht und die Nummern, Zettel oder Stempel auf den Rückseiten ausgewertet. In einem zweiten Schritt erfolgten vertiefte Archivrecherchen im Hausarchiv des Landesmuseums, dem Stadtarchiv Mainz, den Aktenbeständen der Finanzämter Mainz, Darmstadt und Gießen sowie Wiedergutmachungsakten.

Die Ergebnisse der Recherchen wurden durch eine laufende Aktualisierung der in Lost Art eingestellten Fundmeldungen zu den Gemälden, Grafiken und Möbeln dokumentiert. Um die Ergebnisse transparent zu vermitteln, fanden im Landesmuseum außerdem im Rahmen der „Kunst in der Mittagspause“ regelmäßig Kurzführungen zu einzelnen Objektbiographien statt. Die Projektergebnisse wurden zum Abschluss des Projekts im Rahmen der Ausstellung „Betrifft: Erwerb aus jüdischem Besitz“. Provenienzforschung am Landesmuseum Mainz vom 17. Februar 2019 bis zum 28. April 2019 im Museum vorgestellt.