Provenienzforschung ist vor allem Archivarbeit.
Häufig finden sich Hinweise auf die Herkunft der Gemälde auf der Rückseite der Bilder.

Das Forschungsprojekt

Das Landesmuseum Mainz bewahrt einen Bestand von ca. 60 Gemälden, 150 Grafiken und 9 Möbelstücken, die in den Jahren 1941-1944 unrechtmäßig aus jüdischem Besitz eingezogen wurden. Schriftwechsel im Hausarchiv des Landesmuseums sowie im Stadtarchiv Mainz weisen nach, dass die Bestände im Rahmen mehrerer Überweisungen durch das Oberfinanzpräsidium Hessen in Darmstadt sowie die Verwertungsstelle des Finanzamts Mainz-Stadt ins Museum gelangt sind und aus jüdischem Besitz stammen. Das seit April 2016 geförderte Projekt konzentriert sich auf die Recherche der Provenienzen und Besitzverhältnisse dieser Objekte.

Für die Recherche werden in einem ersten Schritt die Objekte selbst untersucht und die Nummern, Zettel oder Stempel auf den Rückseiten ausgewertet. In einem zweiten Schritt erfolgen vertiefte Archivrecherchen im Hausarchiv des Landesmuseums, dem Stadtarchiv Mainz, den Aktenbeständen der Finanzämter Mainz, Darmstadt und Gießen sowie Wiedergutmachungsakten.    

Die Ergebnisse der Recherchen werden durch eine laufende Aktualisierung der in Lost Art eingestellten Fundmeldungen zu den Gemälden, Grafiken und Möbeln dokumentiert. Um die Ergebnisse transparent zu vermitteln, finden im Landesmuseum außerdem im Rahmen der „Kunst in der Mittagspause“ regelmäßig Kurzführungen zu einzelnen Objektbiographien statt. Zum Abschluss des Projekts ist eine Ausstellung der Projektergebnisse im Landesmuseum Mainz geplant.