Inventarbuch
Inventarbuch
Gemäldedepot des Landesmuseums Mainz

Erwerbungen von 1933 bis 1945

Systematische Prüfung der Erwerbungen der Gemäldegalerie und des Altertumsmuseums der Stadt Mainz in den Jahren 1933–45

Laufzeit: 2019–2021

 

1967 wurden das Altertumsmuseum und die Gemäldegalerie der Stadt Mainz, damals beides Museen in städtischer Trägerschaft, zum Mittelrheinischen Landesmuseum Mainz zusammengeschlossen. Ein Großteil des heutigen Objektbestandes des Landesmuseums stammt daher aus den Beständen beider Vorgängerinstitutionen. Diese Objekte sollen nun in ihrer Gesamtheit für die Ankaufsjahre 1933-1945 systematisch überprüft und untersucht werden, um möglicherweise oder eindeutig NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter im Bestand zu identifizieren.

Zur genauen Erfassung der Erwerbungen wird zunächst aus den in großen Teilen nur fragmentarisch erhaltenen Archivalien des Hausarchivs des Landesmuseums sowie nach der Begutachtung der Objekte selbst eine detaillierte Liste aller zwischen 1933-45 erworbenen Objekte erstellt werden. Auf dieser Grundlage wird entschieden, welche Provenienzen konkret im zweiten Teil des Projektes eingehender untersucht werden müssen.

Ziel der Recherche wird dabei nicht nur die Klärung der Provenienzen und Erwerbsumstände der Objekte sein, sondern auch eine generellere Untersuchung der Ankaufspolitik der Jahre 1933-45 für das Altertumsmuseum und die Gemäldegalerie. Denn die bis 1967 zwar formal getrennten Institutionen unterstanden bereits seit den 1930er Jahren immer wieder denselben Direktoren. Die Untersuchung wird daher auch aufschlussreiche Informationen über die Sammlungspolitik sowie im weiteren Verlauf über den regionalen Kunsthandel im Allgemeinen liefern.

Die Ergebnisse der Recherchen werden durch eine laufende Aktualisierung in der hausinternen Datenbank dokumentiert. Um die Ergebnisse transparent zu vermitteln, werden im Landesmuseum außerdem im Rahmen der „Kunst in der Mittagspause“ regelmäßig Kurzführungen zu einzelnen Objektbiographien, sowie besondere Rahmenprogramme zum Holocaust-Gedenktag, zum Tag der Provenienzforschung und der Mainzer Museumsnacht stattfinden.