Emy Roeder, Badende, 1937, Bronze, Museum im Kulturspeicher Würzburg © Museum im Kulturspeicher Würzburg, Foto Andreas Bestle

Emy Roeder, Badende, 1937, Bronze, Museum im Kulturspeicher Würzburg
© Museum im Kulturspeicher Würzburg, Foto Andreas Bestle

Emy Roeder, Ruhendes Ziegenpaar, 1958, Bronze, Museum im Kulturspeicher Würzburg © Museum im Kulturspeicher Würzburg, Foto Andreas Bestle

Emy Roeder, Ruhendes Ziegenpaar, 1958, Bronze, Museum im Kulturspeicher Würzburg
© Museum im Kulturspeicher Würzburg, Foto Andreas Bestle

Flyer

Den Flyer zur Ausstellung können Sie sich hier herunterladen: Flyer "Das komsische allen Seins"

Emy Roeder. Das Kosmische allen Seins

14. April bis 4. August 2019

Die Bildhauerin und Zeichnerin Emy Roeder war eine der profiliertesten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. Nach ihrer Rückkehr nach dem Zweiten Weltkrieg fand sie ab 1950 in Mainz ihre neue Heimat. Geboren 1890 in Würzburg, lernte Roeder bei dem wegweisenden deutschen Bildhauer Bernhard Hoetger und lebte und arbeitete dann viele Jahre in Berlin, wo sie erste Erfolge feierte. Es folgten viele Reisen nach Frankreich und Italien. In Florenz war sie Stipendiatin der „Villa Romana“ und verbrachte dort auch die Zeit des Nationalsozialismus im Exil. Roeders Werke waren unter anderem auf der ersten „documenta“ 1955 zu sehen. Öffentliche Aufträge und Ankäufe in der Mainzer Zeit zeugen von dem beträchtlichen Renommee einer der wenigen erfolgreichen weiblichen Bildhauerinnen dieser Zeit.

Anhand von nur wenigen Themen – in erster Linie faszinierten sie Menschen und Tiere – entwickelte sie eine ganz persönliche und charakteristische Bildsprache. Roeders Anliegen war es, das Wesentliche ihrer Motive, den Kern desmenschlichen und kreatürlichen Daseins, zu durchdringen und mit stilisierten Formen zu erfassen. Sie schuf überwiegend kleine Tierskulpturen und umrissbetonte Zeichnungen von Portraits und weiblichen Akten. Roeders Werke strahlen eine einzigartige Ruhe und Geschlossenheit aus. Die Künstlerin starb 1971 in Mainz, wo sie ihr Spätwerk schuf.

Ihre künstlerische Entwicklung lassen in der Ausstellung zahlreiche Skulpturen und Zeichnungen nachvollziehbar werden: Von den expressiven Figuren ihrer frühen Berliner Jahre bis hin zum Spätwerk mit seiner immer stärkeren Stilisierung und Konzentration der künstlerischen Aussage. Die umfassende Retrospektive präsentiert erstmals die konturbetonten Zeichnungen Roeders gleichberechtigt neben ihren Skulpturen.

Im eigens unter Vermittlungsaspekten konzipierten „Gestaltungsraum“ können Emy Roeders Formfindungen auf eine ganz besondere Art nachvollzogen werden. Roeders Weg von der ersten Idee über die Zeichnung bis hin zur mehransichtigen Skulptur wird hier veranschaulicht.

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum im Kulturspeicher Würzburg (Ausstellung 1.12.2018 bis 10.3.2019) und dem Georg Kolbe Museum Berlin (Ausstellung 10.11.2018 bis 31.3.2019). Das Museum im Kulturspeicher Würzburg besitzt den umfangreichen Nachlass der Künstlerin. Ergänzt wird dieser um wenige Arbeiten aus eigenem Bestand sowie einige bedeutende Leihgaben aus nationalen Museen.