Wilhelm Wagenfeld, gläserne Teetasse, Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Jena, 1931, Sammlung Jacobi; Heinrich Löffelhardt, gläserne Teetasse, Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Mainz, 1954, Landesmuseum Mainz, © LMMZ / Foto: Kai Pelka

Wilhelm Wagenfeld, gläserne Teetasse, Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Jena, 1931, Sammlung Jacobi und Heinrich Löffelhardt, gläserne Teetasse, Jenaer Glaswerk Schott & Gen., Mainz, 1954, Landesmuseum Mainz, © LMMZ / Foto: Kai Pelka

Schinkel-Stuhl, ca. 1925, Sammlung Jacobi © 2018 Kai Pelka Fotografie
Schinkel-Stuhl, ca. 1925, Sammlung Jacobi © 2018 Kai Pelka Fotografie
Baukasten, 1926, Sammlung Jacobi © 2018 Kai Pelka Fotografie
Baukasten, 1926, Sammlung Jacobi © 2018 Kai Pelka Fotografie
Kaffeebereiter von Gerhard Marcks, 1925, Sammlung Jacobi © 2018 Kai Pelka Fotografie
Kaffeebereiter von Gerhard Marcks, 1925, Sammlung Jacobi © 2018 Kai Pelka Fotografie

bauhaus – form und reform

von der reformbewegung des kunstgewerbes zum wohnen mit ikonen

15. September 2019 bis 19. Januar 2020

"Bauhaus - Form und Reform" im Landesmuseum Mainz stellt die Bauhaus-Idee anhand ausgewählter "Dinge des Alltags" nach Entwürfen von Bauhaus - Meistern und Schülern vor.

Die Bauhaus-Idee, ein immaterielles Kulturgut im Zeitalter von Massenkultur und Marktmechanismen, wird durch Objekte aus den verschiedenen Bauhauswerkstätten: Tischlerei, Metall und Töpferei präsentiert. Diese Prototypen funktionaler Gestaltung machen die Bedeutung der "guten Form" für eine werkgerechte, serielle und deshalb preiswerte Produktion "für jedermann" nachvollziehbar.

Die Ausstellung beleuchtet fünf Themenschwerpunkte. In den ersten beiden wird die Entwicklung zur Bauhaus-Idee ausgehend vom Gedankengut des Deutschen Werkbundes erläutert. Ausgesuchte Objekte nach Entwürfen von Peter Behrens, Henry van de Velde, Bruno Paul und aus den Deutschen Werkstätten Hellerau dokumentieren die Reformbewegung des Kunstgewerbes um 1900. Das Weiterwirken dieser Reformbewegung in der Bauhaus-Idee bildet das Zentrum der Ausstellung. Die Gestaltung der Alltagsgegenstände nach den Gesetzen der Funktionalität veranschaulicht die Modernität des neuen Lebens nach dem 1. Weltkrieg. Leichtigkeit, Offenheit und ein scheinbares Schweben sind der Beweis, dass dank Experimente mit neuen Materialien und Materialkombinationen aus Werkstattentwürfen Vorbilder für die industrielle Fertigung werden konnten.
"Kunst und Technik - eine neue Einheit" formulierte Walter Gropius die Bauhaus-Idee - und sie ging auf. Möbel, Lampen, Tee- und Kaffeeservice etc. Gropius, Wilhelm Wagenfeld, Marianne Brandt, Marcel Breuer und Mies van der Rohe sind der Beweis dafür. So erklärt sich auch das Fortwirken der Bauhaus-Idee durch zwölf Jahren verordnetes Einheitsdesign ab 1933 und ihr Wirken im bundesrepublikanischen Wirtschaftswunderland. Typenmöbel von Bauhaus-Schülern der folgenden Generation wurden als preiswerte Aufbauprogramme für die "junge Wohnung" (WK-S Möbel) geschaffen. Deren Bedeutung für neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens bis heute runden die Schau ab.
Alltagsdinge aus der seriellen Fertigung nach Entwürfen von Marguerite Friedlaender, Heinrich Löffelhardt, Herbert Hirche, werden Arbeiten von Charles Eames, Egon Eiermann, Alvar Aalto, Verner Panton und Arne Jacobsen gegenübergestellt. Aber auch "Ikonen zum Wohnen" im 21. Jahrhundert finden hier ihren Platz. 

Rheinland-Pfälzische Privatsammlungen mit dem Schwerpunkt Bauhaus und zahlreiche Museen stellen Leihgaben zur Verfügung. Durch vergleichendes Sehen erschließen sich dem Besucher die Inhalte und die Umsetzungen der Bauhaus-Idee.

Mehr zur Ausstellung, den Objekten und dem Bauhaus in Rheinland-Pfalz: 

Flyer zur Ausstellung: Download

Weiteres zur Geschichte der Sitzmöbel finden Sie auch auf der Seite eines unser Leihgeber, der Löffler Collection 

Der SWR hat in seiner Sendung "Bekannt im Land" dem Bauhaus in Rheinland-Pfalz nachgespürt. Den Beitrag finden Sie hier: SWR Mediathek