Bauhaus-Signet 1922, Oskar Schlemmer © Klassikstiftung Weimar
Ludwig Mies van der Rohe, Freischwinger für die Fa. Thonet, 1927, Landesmuseum Koblenz
Empfangshalle mit rotem Sofa, Carl Fieger, Büro Walter Gropius © Stiftung Bauhaus Dessau
Kaffeekannen, 1931, Wolfgang von Wersin © Privatsammlung Berlin

bauhaus – form und reform

von der reformbewegung des kunstgewerbes zum wohnen in ikonen

15. September 2019 bis 19. Januar 2020

"Bauhaus - Form und Reform" im Landesmuseum Mainz stellt die Bauhaus-Idee anhand ausgewählter "Dinge des Alltags" nach Entwürfen von Bauhaus - Meistern und Schülern vor.

Die Bauhaus-Idee, ein immaterielles Kulturgut im Zeitalter von Massenkultur und Marktmechanismen, wird durch Objekte aus den verschiedenen Bauhauswerkstätten: Tischlerei, Metall und Töpferei präsentiert. Diese Prototypen funktionaler Gestaltung machen die Bedeutung der "guten Form" für eine werkgerechte, serielle und deshalb preiswerte Produktion "für jedermann" nachvollziehbar.

Die Ausstellung beleuchtet fünf Themenschwerpunkte. In den ersten beiden wird die Entwicklung zur Bauhaus-Idee ausgehend vom Gedankengut des Deutschen Werkbundes erläutert. Ausgesuchte Objekte nach Entwürfen von Peter Behrens, Henry van de Velde, Bruno Paul und aus den Deutschen Werkstätten Hellerau dokumentieren die Reformbewegung des Kunstgewerbes um 1900. Das Weiterwirken dieser Reformbewegung in der Bauhaus-Idee bildet das Zentrum der Ausstellung. Die Gestaltung der Alltagsgegenstände nach den Gesetzen der Funktionalität veranschaulicht die Modernität des neuen Lebens nach dem 1. Weltkrieg. Leichtigkeit, Offenheit und ein scheinbares Schweben sind der Beweis, dass dank Experimente mit neuen Materialien und Materialkombinationen aus Werkstattentwürfen Vorbilder für die industrielle Fertigung werden konnten.
"Kunst und Technik - eine neue Einheit" formulierte Walter Gropius die Bauhaus-Idee - und sie ging auf. Möbel, Lampen, Tee- und Kaffeeservice etc. Gropius, Wilhelm Wagenfeld, Marianne Brandt, Marcel Breuer und Mies van der Rohe sind der Beweis dafür. So erklärt sich auch das Fortwirken der Bauhaus-Idee durch zwölf Jahren verordnetes Einheitsdesign ab 1933 und ihr Wirken im bundesrepublikanischen Wirtschaftswunderland. Typenmöbel von Bauhaus-Schülern der folgenden Generation wurden als preiswerte Aufbauprogramme für die "junge Wohnung" (WK-S Möbel) geschaffen. Deren Bedeutung für neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens bis heute runden die Schau ab.
Alltagsdinge aus der seriellen Fertigung nach Entwürfen von Marguerite Friedlaender, Heinrich Löffelhardt, Herbert Hirche, werden Arbeiten von Charles Eames, Egon Eiermann, Avar Alto, Verner Panton und Arne Jacobsen gegenübergestellt. Aber auch "Ikonen zum Wohnen" im 21. Jahrhundert finden hier ihren Platz. 

Rheinland-Pfälzische Privatsammlungen mit dem Schwerpunkt Bauhaus und zahlreiche Museen stellen Leihgaben zur Verfügung. Durch vergleichendes Sehen erschließen sich dem Besucher die Inhalte und die Umsetzungen der Bauhaus-Idee.

Flyer zur Ausstellung: Download