Die Mainzer Favorite des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn
Salomon Kleiner: Die Mainzer Favorite, Kupferstich
Dr. Esser inmitten der Mainzer Modellteile
Dr. Esser mit Modellen des barocken Mainz.
Innenansicht Trierer Dom nach dem barocken Umbau
Eine historische Innenaufnahme des Trierer Doms.

Vortragsreihe

Im Rahmen des Themenschwerpunkts : „Mit allen Sinnen – Mainz in der Barockzeit“ haben wir eine dreiteilige Vortragsreihe zusammengestellt. Hier die Termine:

1. Juli 2014, 18:00 Uhr
Mainzer Gartenkunst zur Zeit der Schönborn
Dr. Georg Peter Karn
(Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Landesdenkmalpflege, Mainz)

Nicht nur im Schlossbau, sondern auch in der Gartenkunst vermochten die Grafen von Schönborn ihrer Zeit bedeutende Impulse zu geben. Neben ihren fränkischen Gärten hat vor allem die Mainzer Favorite des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn mit ihren prachtvollen Wasserspielen Berühmtheit erlangt, die über ihre Zerstörung 1793 hinauswirkt. Aber auch andere, weniger bekannte Gartenschöpfungen wie der Hofgarten am Kurfürstlichen Schloss, der barocke Garten in der Zitadelle oder die Anlage am Schönborner Hof aus der Zeit des ersten Schönborn-Kurfürsten Johann Philipp prägten einst das Bild der Stadt und sind es wert, wieder in Erinnerung gerufen zu werden. 

Dienstag, 8. Juli 2014, 18:00 Uhr
Ein Stadtmodell für Mainz, die barocke Residenzstadt
Dr. Joachim Glatz 
(Landeskonservator, Direktion Landesdenkmalpflege, GDKE)

In den 1950er Jahren ließ der Direktor des heutigen Landesmuseums Mainz, Dr. Karl Heinz Esser, durch den Bildhauer Robert Schmitz Modelle bedeutender Mainzer Kulturdenkmäler anfertigen. Ziel war ein großes Stadtmodell im Maßstab 1 : 250, das den Zustand der barocken Residenzstadt wiedergeben sollte. Erhalten sind bis heute rund 20 Architekturmodelle, das ehrgeizige Projekt wurde leider nicht vollendet. Der Referent stellt nicht nur das Projekt "Stadtmodell Mainz" vor, sondern bindet dieses ein in eine Betrachtung von Stadtmodellen ganz allgemein.

15. Juli 2014, 18:00 Uhr
„Alterthumb“ und „Heÿligkeit“: Vom Umgang mit historischer Bausubstanz in der kurtrierischen Barockarchitektur

Dr. Jens Fachbach
Universität Trier / Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte DFG-Projekt "Kurtrierische Hofkünstler"

Lange galt die Barockzeit als konservatorisch rücksichtslose Epoche, die ohne Bedenken antike und mittelalterliche Bauten vernichtet oder zumindest modernisiert habe. Auch im Kurfürstentum Trier bestand durch zahlreiche Kriege ein erheblicher Bedarf an Neu- und Umbaumaßnahmen, die vor allem unter dem Kurfürsten Franz Ludwig von Pfalz Neuburg (1716-1729), dem späteren Kurfürsten von Mainz, realisiert werden konnten. Bei genauerer Betrachtung wird erkennbar, dass man sich hier besonders mit der Vergangenheit identifizierte und auf ihre bauliche Hinterlassenschaft Rücksicht nahm.