Portrait Pützer, Foto: Stadtarchiv DA
Portrait Pützer: (Foto: Stadtarchiv DA)
Details aus der Budenheimer Kirche
Fenster der ev. Kirche Budenheim, Foto: U. Rudischer, GDKE
Bebauungsplan Schlossplatz
Federzeichnung Pützers, 1900, Repro aus: Zentralblatt der Bauverwaltung, 20, 57, 1900

Friedrich Pützer - Bauten und Projekte

1. Mai bis 31. Juli 2016

Die Ausstellung „Friedrich Pützer, Bauten und Projekte“ ist ein wichtiger Baustein in der Ausstellungstrilogie zum Thema „200 Jahre Rheinhessen“ in unserem Haus. Zudem ist dies die erste Würdigung Friedrich Pützers Leistungen als Denkmalpfleger in Mainz und Rheinhessen, die in Form von zeitgenössischen Photos, Plänen und weiteren historischer Realien aus Familienbesitz in der Ausstellung präsentiert werden. Ein noch nie gezeigtes Dreiviertelporträt der Architekten aus Familienbesitz kann erstmals nach der Restaurierung durch das Landesmuseum Mainz in der Ausstellung gezeigt werden.

Friedrich Pützer (1871 -1922), gebürtiger Aachener, wurde von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein zum Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Darmstadt ernannt (1902), dem folgte die Ernennung zum Kirchenbaumeister der evangelischen Landeskirche in der Hessen-Darmstädter Provinzhauptstadt Mainz (1908). Davor, schon seit 1902, hatte er die Zuständigkeit als Denkmalpfleger in der gesamten Provinz Rheinhessen übernommen.

Als planender und teilnehmender Architekt an dem Unternehmen „Künstlerkolonie Mathildenhöhe 1899“ im Auftrag des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein ließ ihn teilhaben an der modernsten Entwicklung der Architektur der Zeit und sein enger Kontakt zu dem Großherzog machte ihn zu einem Teil der gehobenen bürgerlichen Gesellschaft. Als Denkmalpfleger in Rheinhessen und Mainz und Mitglied des Denkmalrates des Großherzogtums Hessen gehörte er in die erste Generation der deutschen Denkmalpfleger. Das 1902 verabschiedete „Gesetz den Denkmalschutz betreffend“, das erste Denkmalschutzgesetz, das in vielen Vorschriften heute noch Gültigkeit hat, wurde zur Grundlage seiner Arbeit.

Sein Wirken als Denkmalpfleger in Mainz ist durch die Zeitenläufte stark überlagert, oder gar zerstört. Umso mehr will diese Ausstellung einen Beitrag dazu leisten, seine Schaffen wieder in Erinnerung zu bringen. So legte Pützer für die Stadterweiterung des Zitadellengebietes 1905 einen vielbeachteten Plan vor, der den Erhalt und Eingliederung der Zitadellenanlage in das neuzeitliche Stadtbild forderte. Mit den gleichen Argumenten erstritt er den Erhalt der Reichsklarakirche und übernahm die Planung und Bauleitung des Umbaus der evangelischen Johanniskirche in Mainz (1906/1907). Durch die Kriegszerstörungen und Nachkriegsumbauten sind diese Maßnahmen nicht mehr am Original zu studieren. Dagegen hat sich die Evangelische Kirche in Budenheim unzerstört erhalten und bildet heute noch ein gutes Beispiel für Pützers Leistungen im Kirchenbau für einen lebendigen Gottesdienst in beschaulichen Kirchen mit großen Versammlungsräumen in jedem beliebigen Stil.

 Die in Mainz präsentierte Ausstellung ist eine Übernahme der gleichnamigen Ausstellung, die im Auftrag der TU Darmstadt erstellt wurde und durch einen Katalog wissenschaftlich bearbeitet wurde.

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier herunterladen: Flyer Pützer