Sankt Peter

Mumbächer: St. Peter, Gemälde

Ursprünglich lag das altehrwürdige Kollegiatstift St. Peter mit seiner doppeltürmigen Kirche außerhalb der Stadtmauern am Petersweg, wie der Maskopp-Plan von 1575 erkennen lässt. Nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg und dem Ausbau der barocken Stadtbefestigung unter Kurfürst Johann Philipp von Schönborn wurde die Kirche in das Stadtinnere an die Stelle der Pfarrkirche Udenmünster verlegt. Hier entstand 1749-1756 nach Plänen von Johann Valentin Anton Thoman ein Neubau, auf dessen anspruchsvolle Architektur und aufwendige Ausstattung der Kurfürst wegen der Nähe zum Residenzschloss beträchtlichen Einfluss ausübte.

Bild: Alfred Mumbächer, St. Peter, um 1930

St. Peter zerbombt, Foto 1945

Während der Bombardements der Stadt Mainz 1944/45 erlitt die Kirche starke Zerstörungen.

Bild: St. Peter zerbombt, Archivfoto 1945

St. Peter heute, Foto: Jürgen Ernst

Beim Wiederaufbau wurden 1961 auch die beiden Türme mit ihren schlanken Zwiebelhelmen wiederhergestellt, die wirkungsvoll die Große Bleiche abschließen und maßgeblich die Stadtsilhouette prägen. Bis 1944 erhob sich unmittelbar vor der Kirchenfassade die 1772 erneuerte Stiftsdechanei mit ihrem mächtigen Mansarddach, deren Baukosten der Geheime Rat Bentzel gegen Wohnrecht übernommen hatte, um die durch den Kirchenneubau hoch verschuldeten Stiftsherren zu entlasten. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte man – aktuellen städtebaulichen Vorstellungen folgend - durch schrittweise Ausweitung der Großen Bleiche die Doppelturmfront frei und schuf anstelle der Dechanei einen Vorplatz. Der Bau des angrenzenden Allianzhauses wurden 1963 Höhe, Material und Gliederung sorgfältig auf die Kirchenfassade abgestimmt.

Bild: St. Peter heute, Jürgen Ernst