Blick von der Schillerstrasse auf den Erthaler Hof, Foto:Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Fritz Arens
Blick von der Schillerstrasse auf den Erthaler Hof, Foto: Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Fritz Arens
Erthaler Hof mit Garten und Wirtschaftsgebäuden, Foto:Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Fritz Arens
Erthaler Hof mit Garten und Wirtschaftsgebäuden, Foto: Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Fritz Arens
Der Festsaal des Erthaler Hofs, Foto:Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Fritz Arens
Der Festsaal des Erthaler Hofs, Foto: Diözesanarchiv Mainz, Nachlass Fritz Arens

Erthaler Hof

Der Erthaler Hof - Gründungsort von Rheinhessen

Viele Kulturdenkmäler sind nicht allein Zeugnisse der Architektur, des Handwerks und der Technik, sondern auch Marksteine der Erinnerung an historische Ereignisse und Persönlichkeiten. Der Erthaler Hof an der Schillerstraße verbindet sich mit der Gründung der Provinz Rheinhessen vor genau 200 Jahren. Am 12. Juli 1816 wurde hier die Besitzergreifungsurkunde des Großherzogs von Hessen verlesen, dem nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft und dem Wiener Kongress die Stadt Mainz und die Region zwischen Bingen, Alzey und Worms zugesprochen wurden. Der feierliche Übergabeakt schuf eine neue Einheit, die sich als Gebietskörperschaft bis 1968, als Träger regionaler Identität und als Weinanbaugebiet bis heute erhalten hat.

Der 1734-1743 von Reichsfreiherr Philipp Christoph von Erthal erbaute Erthaler Hof gehört zu den wenigen im Zweiten Weltkrieg unzerstörten Adelshöfen von Mainz. Aus ihm ging mit Friedrich Karl Joseph von Erthal der letzte Mainzer Kurfürst hervor. Unter französischer Herrschaft war der Bau Präfektur des Departement Mont-Tonnerre, das neben Rheinhessen auch die Pfalz umschloss. In hessischer Zeit diente er als Provinzialdirektion, nach Gründung des Landes Rheinland-Pfalz als Bezirksregierung von Rheinhessen, dann als Kreisverwaltung Mainz-Bingen und schließlich seit 1998 als Landesamt für Denkmalpflege bzw. Landesdenkmalpflege. Seine historischen Innenräume mit Stuckdecken und Vertäfelungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert dokumentieren ebenso die Wohnkultur des Kurmainzer Adels wie die Ansprüche an einen repräsentativen Verwaltungssitz des bürgerlichen Zeitalters.