Highlights

Emil Nolde, Marschhof bei Seebüll, vor 1940,© Nolde Stiftung Seebüll

Emil Nolde, Marschhof bei Seebüll, vor 1940

Aquarell, 455 x 335 mm
Museumsberg Flensburg, © Nolde Stiftung Seebüll

Nahezu zwei Drittel der Komposition widmet Emil Nolde in diesem Aquarell dem Himmel, der dadurch umso mächtiger wirkt. Er leuchtet in kräftigem Rot, Gelb, Blau und Grün bis hin zu einem leichten Violett. Aufgetürmte Wolkengebilde ziehen von heftigem Wind angetrieben über die Weite Norddeutschlands. Nur die reetgedeckten, kleinen roten Häuser trotzen diesen Naturgewalten und „ducken“ sich in die karge Landschaft. Gezeigt ist der Marschhof, der in Sichtweite seines Wohnhauses in Seebüll steht.

Erich Heckel, Wolkenschatten, 1918, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Erich Heckel, Wolkenschatten, 1918

Öl auf Leinwand, 83 x 70 cm
Museumsberg Flensburg, © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen 

Erich Heckel trennt das Meer vom helleren Himmel durch einen exakten Pinselstrich. Durch diesen Bogen scheint die Natur mit dem unendlich wirkenden Horizont den Betrachter zu umschließen und fast direkt in ihr Abbild hineinzuziehen. Durch ihn wird die gefühlte Einheit mit der Natur umso mehr betont. Entstanden ist das Gemälde während er als Sanitäter in Flandern seinen Dienst an der Nordseeküste von Ostende verrichtete. In ihrer Reduktion wird die Natur, aus der der Mensch ganz verschwunden ist, für Heckel zu einer Art Trost in den belastenden Zeiten des Krieges.

 

 

 

Emil Nolde, Hohe Wogen, 1940, © Nolde Stiftung Seebüll

Emil Nolde, Hohe Wogen, 1940

Öl auf Leinwand, 67 x 87 cm
Museumsberg Flensburg, © Nolde Stiftung Seebüll

Bei Nolde ist das Meer elementar: eine unendliche, ungebändigte Naturgewalt. Unter einem schmalen Himmelstreifen türmen sich aufgewühlte Wassermassen zu hohen Wogen auf. Über dem düsteren Blau des Wassers entfalten das schwere Braun und das grelle Gelb des Himmels ein gespenstisches Licht. Nolde gelingt es in Hohe Wogen, mit den aufgewühlten Wassermassen die gewaltige Urkraft des Meeres auszudrücken. Wie alle reinen Meeresbilder geht auch dieses auf eine Sturmfahrt vor der Insel Anholt zurück, an die der Maler sich sein Leben lang erinnerte.

Ernst Ludwig Kirchner, Roter Baum am Strand, 1913

Ernst Ludwig Kirchner, Roter Baum am Strand, 1913

Öl auf Leinwand, 75 x 100 cm
Privatbesitz

Ernst Ludwig Kirchner reiste mehrmals in das abgelegene Fehmarn, das er als sein Refugium entdeckte und wo er ungestört arbeiten konnte. Roter Baum am Strand zeigt seine ganz eigene paradiesische, an die Südsee erinnernde Sicht auf die Ostseeinsel: In der grandiosen Naturempfindung ist der Mensch neben dem urwüchsigen großen Baum zur Nebensache geworden. Formen des Baumes spiegeln sich in den Körpern der nackten Badenden wieder, die dadurch harmonisch mit der Natur verschmelzen. Nichts trübt die Idylle.

Max Pechstein, Rote Häuser mit Windmühle, um 1922, © Pechstein, Hamburg/Tökendorf 2016

Max Pechstein, Rote Häuser mit Windmühle, um 1922

Öl auf Leinwand, 70,5 x 80,5 cm
Sammlung Brabant, Wiesbaden, © Pechstein, Hamburg/Tökendorf 2016

Die Bauernhäuser leuchten in einem kräftigen Rot, darüber ein aufgewühlter Himmel in Blau, Grün und Gelb. Durch die Verwendung der Grundfarben und Komplementärkontraste, die er in großen Flächen gegenübersetzt, gelingt Pechstein diese grellbunte expressive Farbgewalt. Seit 1909 war der kleine Ort Nidden zwischen Haff und Ostsee an der Kurischen Nehrung sein stiller Rückzugsort. Als diese Gegend nach dem Ersten Weltkrieges Litauen zugeteilt wurde, suchte er weiter westlich einen anderen Platz: Er fand eine neue Idylle in Leba (Pommern), wo auch dieses Gemälde entstand. 

Karl Schmidt-Rottluff, Dünenlandschaft (Leba), 1938, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Karl Schmidt-Rottluff, Dünenlandschaft (Leba), 1938

Öl auf Leinwand, Aquarell und Tusche
Privatbesitz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Entgegen den damaligen üblichen akademischen Regeln, entstanden die Landschaften der "Brücke" nicht im Atelier, sondern direkt in der Natur, vor dem Motiv. Schmidt-Rottluffs Aquarelle zeichnen sich durch eine einzigartige Leuchtkraft aus, die er durch reine, meist ungemischte Farben sowie nebeneinander gesetzten starke Farbkontraste erreicht. Seine Aquarelle sind keine Vorstudien für Gemälde, sondern autonome Werke. Für ihn war es wichtig, die subjektiv empfundene Natur in Farbe, Linien und Formen zu übersetzen.