Johann Christian Reinhart, Mainz mit den Schiffsmühlen, 1787, Aquarell
Johann Christian Reinhart, Mainz mit den Schiffsmühlen, 1787, Aquarell
Reinhart, Assmannshausen, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Foto: Georg Janßen)
Reinhart, Assmannshausen, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Foto: Georg Janßen)
Reinhart, Bingen mit der Drususbrücke, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg  (Foto: Georg Janßen)
Reinhart, Bingen mit der Drususbrücke, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg (Foto: Georg Janßen)

Der Mittelrhein in Aquarellen Johann Christian Reinharts

8. November 2015 bis 10. Januar 2016

Das Zentrum dieser Ausstellung bilden neun Aquarelle des klassizistischen Landschaftsmalers, Zeichners und Radierers Johann Christian Reinhart (Hof/Saale 1761–1847 Rom), die die Graphische Sammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg bewahrt. Darunter befindet sich auch eine Ansicht von Mainz. Reinhart schuf diese Blätter während einer Rheinreise mit Herzog Georg I. von Sachsen- Meiningen im Jahr 1787. Die Aquarelle sind eine interessante Ergänzung zu den Graphiken und Gemälden Johann Christian Reinharts, Johann Caspar und Georg Schneiders sowie Christian Georg Schütz’ d. Ä. aus eigenem Bestand.

Stand sein Frühwerk noch stilistisch dem »Sturm und Drang« nahe, wurde Johann Christian Reinhart in Rom zu einem der wichtigsten Repräsentanten der heroischen Landschaftsmalerei. Diese wurde durch die idealistische Dichtung Friedrich Schillers und die Kunsttheorie Carl Ludwig Fernows geprägt. Dem Studium bei Adam Friedrich Oeser in Leipzig von 1779 bis 1782 folgte ab 1783 der Unterricht bei dem Landschaftsmaler Johann Christian Klengel in Dresden. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen, lebte Reinhart ab 1789 in Rom, wo er im Zentrum der klassizistisch ausgerichteten deutschen Künstlerschaft stand.

Seine Aquarelle, die den Flussabschnitt von Mainz bis St. Goar umfassen, sind topographisch exakte Ansichten, die mit ihrer schnellen und spontanen Führung von Feder und Pinsel vom »Sturm und Drang« geprägt sind. Sie sind frühe Dokumente der künstlerischen und touristischen Entdeckung des Mittelrheintals. Das Mittelrheintal gehört zu den attraktivsten Reisezielen Europas. Der prominenteste Abschnitt dieses Flusslaufs zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz wurde 2002 von der UNESCO als Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal anerkannt.