Berliner Impressionismus

Werke der Berliner Secession aus der Nationalgalerie Berlin

Was ist gute Kunst? 

Im Streit um diese Frage gründete sich 1898 die Berliner Secession. Nachdem die Jury der jährlichen Berliner Akademie-Ausstellung erneut zeitgenössische Werke abgelehnt hatte, schlossen sich 65 unzufriedene Künstler zusammen, um in kleinen Ausstellungen ihre Kunst auf eigene Faust zu präsentieren.

So geeint sie in der Ablehnung der Kunstpolitik Kaiser Wilhelms II. und seines Beraters, des Direktors der königlichen Akademie für die bildenden Künste waren, so verschieden waren ihre Werke. Für die Zulassung zu den Secessions-Ausstellungen war allein die Stärke des individuellen Ausdrucks entscheidend – das hatte der Vorsitzende Max Liebermann zum Programm erklärt. Trotzdem ist ein gewisser „Secessionsstil“ auszumachen, der vom Einfluss des Impressionismus zeugt. In Abgrenzung vom Naturalismus und der pathetischen Kunst der Jahrhundertwende zeigen die Werke der Secession die Bürger der städtischen Gesellschaft, ihre Häuser und Gärten, Straßen, Biergärten und Ferienlandschaften. Der Orientierung auf das Private entsprechen auch die zahlreichen Darstellungen von Frauen und Kindern, Interieurs und Stillleben.

1901 verstärkten die aus München übergesiedelten Künstler Max Slevogt und Lovis Corinth die Künstlervereinigung und die Bedeutung Berlins als führende deutsche Kunststadt. 1910 spalteten sich junge Expressionisten zur Neuen Secession ab, die verbliebene Institution teilte sich 1914 nochmals. Zu diesem Zeitpunkt war ihre Kunst bereits anerkannt und der als Gegenbewegung gegründete Zusammenschluss überflüssig.

Die Ausstellung „Berliner Impressionismus“ 2014 ist die zweite Zusammenarbeit der Max Slevogt-Galerie und der Nationalgalerie Berlin und präsentiert zahlreiche Gemälde, die in und außerhalb von Berlin bislang selten gezeigt wurden.