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St. Johannis – Archäologische Forschung

Auftaktvortrag für die große Landesausstellung im Jahr 2020:

St. Johannis – Zum Stand der archäologischen Forschungen in einer der ältesten Mainzer Kirchen

Vortrag von Dr. Guido Faccani

Kaum eine archäologische Entdeckung hat die Mainzer Bevölkerung und die wissenschaftliche Fachwelt in ganz Deutschland in den letzten Jahren so in Atem gehalten wie die Funde in der Johanniskirche. Inzwischen geht man davon aus, dass der Bau tatsächlich der Alte Dom von Mainz ist. Er ist in seiner Gesamtheit in jedem Fall ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Baukunst, zugleich diente der Alte Dom als Krönungsort für die Könige Heinrich II. (1002) undKonrad II. (1024). Ein Originalschauplatz also, der auch in der großen Landesausstellung "Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht" eine wichtige Rolle spielen wird.

Die überwältigende archäologische Überraschung hat ihren Ausgangspunkt bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2013 gefunden. Seitdem laufen in der Johanniskirche archäologische und bauforscherische Untersuchungen. Während die Anfänge des Bauplatzes noch kaum erforscht sind, darf man davon ausgehen, dass die zwischen dem 2. und 4.Jahrhundert errichtete Großarchitektur Grundlage der weiteren Entwicklung ist. Mehrere ihrer Räume legte man frühestens im 5. oder 6. Jahrhundert zu einem dreischiffigen Pfeilerbau zusammen, der vermutlich als Kirche genutzt wurde. Für großes Aufsehen sorgte erst kürzlich die Öffnung eines 1.000 Jahre alten Sarkophags.

Mittendrin im spannenden Geschehen ist Dr. Guido Faccani, der die wissenschaftliche Forschungsleitung in St. Johannis innehat. Der Experte für Kunstgeschichte und sakrale Bauten der Spätantike und des frühen Mittelalters referiert am 8. Oktober im LandesmuseumMainz über den Stand der archäologischen Forschungen in einer der ältesten Mainzer Kirchen und der nach dem Trierer Dom wohl zweitältesten erhaltenen Bischofskirche auf deutschem Boden.

Eintritt frei