Details

"Die Angelegenheit Ganz-Möbel"

"Die Angelegenheit Ganz-Möbel ist fü+r die Gestapo erledigt – Die Geschichte der Enteignung meiner Familie"

Referent: Adam Ganz, Royal Holloway, University of London

Eine Barockkommode, ein Sessel in barockem Stil und ein Gemälde des Malers Conrad Sutter – ausgehend von diesen drei Objekten erzählt die aktuelle Sonderausstellung „Betrifft: Erwerb aus jüdischem Besitz“ im Landesmuseum Mainz die Biographie des Mainzer Kommerzienrats Felix Ganz. Der Kaufmann war Inhaber der traditionsreichen Teppich-Firma „Ludwig Ganz“ am Schillerplatz/Ecke Ludwigstraße, förderte die Mainzer Kultur und besaß eine umfangreiche Ostasiatica-Sammlung. Weil seine Familie jüdischer Herkunft war, wurde die Firma 1935/36 „arisiert“. Felix Ganz und seine Frau wurden schrittweise enteignet, aus ihrem Wohnhaus am Michelsberg vertrieben und 1942 nach Theresienstadt deportiert und in Auschwitz ermordet. Ihr Besitz wurde von der Finanzverwaltung beschlagnahmt. Diese hat 1943 die beiden Möbelstücke und das Gemälde an die Museen der Stadt Mainz überwiesen.

Adam Ganz, der Urenkel von Felix Ganz, lebt in London.  Er arbeitet als Drehbuchautor für Film, Fernsehen und Hörfunk und lehrt Media an der Royal Holloway, University of London. Er hat zahlreiche Hörspiele über die Geschichte seiner Familie für die BBC geschrieben. In seinem Vortrag wird er über die Geschichte seiner Familie und ihrer Enteignung berichten.