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Die Mainzer Zuckerwarenfabrik

"Alles wird, in Zucker lebend, in die Schaufenster gestellt" - die Mainzer Zuckerwarenfabrik Lorenz Goebel von 1877 bis in ihre Krise in den 1920er/30er Jahren.

Zum Abschluss der Themeninsel-Präsentation „Rheinhessen – Eine Kulturreise durch zwei Jahrtausende“ stellt Dr. Ute Engelen vom Stadthistorischen Museum Mainz, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL), eine der zu ihrer Zeit erfolgreichsten Konditoreien der Region vor: Die 1877 gegründete Mainzer Zuckerwarenfabrik Lorenz Goebel. 

Im Zentrum des Vortrags steht die Frage, warum das erfolgreiche Unternehmen in den 1920er/1930er Jahren in eine wirtschaftliche Krise geriet. „Von den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs, aber auch der französischen Besatzungszeit und der Inflation war die Zuckerwarenfabrik infolge ihrer überregionalen Tätigkeit besonders betroffen“, erklärt Engelen. Im September 1931, mitten in der Bankenkrise, wurde schließlich die Zwangsversteigerung der Fabrik angeordnet und im Oktober 1932 vollzogen. Danach orientierte sich das Familienunternehmen in Richtung Großhandel, der auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges wiederaufgebaut wurde und erfolgreich war.